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Verstopfung (Obstipation)

Veröffentlicht von: Till von Bracht (20. November 2014)

Verstopfung (Obstipation) ist für viele Menschen ein heikles Thema: Nur wenige sprechen offen über ihre Verdauung – erst recht nicht, wenn sie Verdauungsprobleme haben. Dabei zählt die Verstopfung zu den häufigsten Beschwerden im Magen-Darm-Bereich: In Deutschland ist im Schnitt etwa jeder Zehnte von einer anhaltenden Verstopfung – der sogenannten chronischen Obstipation – betroffen.

Eine Verstopfung kann die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen. Allerdings muss nicht unbedingt eine behandlungsbedürftige Obstipation dahinterstecken, wenn die Stuhlentleerung mal ein paar Tage nicht klappt. Doch wie viele Stuhlgänge sind normal und ab wann spricht man von einer Verstopfung?

Die Häufigkeit des Stuhlgangs variiert von Mensch zu Mensch und hängt von vielen Faktoren ab. Alles zwischen dreimal pro Tag bis dreimal wöchentlich gilt als normal. Eine Faustregel lautet: Weniger als drei Stuhlgänge pro Woche deuten auf eine Verstopfung hin. Ganz so einfach ist es jedoch nicht, eine Verstopfung zu definieren: Die genannte Faustregel trifft nur auf ein Viertel der Menschen zu, die sich selbst als "verstopft" bezeichnen. So weisen zum Beispiel viele Menschen mit einer Verstopfung zwar eine normale Stuhlfrequenz auf, können ihren Darm aber nur durch starkes und teils schmerzhaftes Pressen entleeren. Andere haben einen sehr harten Stuhl oder meinen, ihr Enddarm sei blockiert, und müssen die Finger zur Hilfe nehmen, um den Stuhl zu entleeren. Neben dem seltenen Stuhlgang ist eine Obstipation vor allem durch harten Stuhl gekennzeichnet, der sich nur schwer entleeren lässt.

Für eine Verstopfung bei Kindern gelten andere Faustregeln: Wenn zum Beispiel bei einem gestillten Säugling drei bis vier Tage lang kein Stuhlgang stattfindet, ist das nicht unbedingt eine Verstopfung. Für die Verdauung bei Säuglingen gilt: Fünfmal am Tag oder einmal alle fünf Tage ist normal. Und auch dass der Stuhl nach der Umstellung auf Breinahrung fester ist und gleichzeitig die Stuhlentleerung seltener stattfindet, ist normal – Anzeichen für eine Verstopfung bei Kleinkindern sind sehr seltener (einmal wöchentlich), harter und trockener Stuhlgang.

Wie kommt es zu einer Verstopfung? Die Ursachen einer Obstipation sind vielfältig: Früher ging man davon aus, dass vor allem eine falsche Ernährung oder Flüssigkeitsmangel für eine Verstopfung verantwortlich sind. Heute vermuten Wissenschaftler, dass es bei den meisten Betroffenen keinen direkten Zusammenhang zwischen einer Verstopfung und ihrer Ernährungsweise gibt. Manchmal steckt auch eine andere Darmerkrankung wie beispielweise das Reizdarm-Syndrom hinter der Verstopfung.

Darüber hinaus können vielzählige weitere Faktoren eine Verstopfung auslösen. Zu den möglichen Ursachen der Obstipation gehören

  • verschiedene Erkrankungen von Nerven und Muskeln,
  • Störungen im Hormonhaushalt
  • bestimmte Medikamente.

Bei vielen Betroffenen bleibt die genaue Ursache für die Verstopfung unklar. Wenn Mediziner eine Verstopfung weder auf eine organische Ursache noch auf Medikamente zurückführen können, sprechen sie von einer sogenannten funktionellen Obstipation.






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