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Verstopfung (Obstipation): Ursachen

Veröffentlicht von: Till von Bracht (22. Dezember 2015)

Eine Verstopfung (Obstipation) hat ihre Ursachen meistens in einer der beiden folgenden Darm-Funktionsstörungen:

  1. Die Bewegung des Dickdarms ist stark verlangsamt. Der Dickdarm ist träge und benötigt mehr als doppelt so viel Zeit, um den Stuhl in Richtung Enddarm zu schleusen. Aus dem Dünndarm nachrückende Verdauungsprodukte stauen sich so im Dickdarm. Außerdem bewirkt die längere Verweildauer des Stuhls im Dickdarm, dass dem Stuhl dort mehr Flüssigkeit entzogen wird. Der Stuhl wird dadurch fest und hart.
  2. Der Dickdarm arbeitet weitgehend normal. Allerdings ist der Enddarm blockiert, sodass die Betroffenen den Stuhl nicht oder nur mit Mühe entleeren können. In diesem Fall liegt eine sogenannte Entleerungsstörung vor.

Beide Störungen der Darmtätigkeit können funktionell sein (sog. funktionelle Obstipation). Das bedeutet, dass für die Verstopfung keine organischen Ursachen zu finden sind.

Aber wie kommt es dann zu diesen Darm-Funktionsstörungen? Eine Verstopfung kann eine Vielzahl von Ursachen haben: Eine falsche Ernährung oder Bewegungsmangel können die Verdauungsprobleme zwar hervorrufen, sind aber bei weitem nicht die einzigen Auslöser. Vielmehr gehen Forscher davon aus, dass bei den Menschen, die ohnehin schon zu Verstopfungen neigen, eine ballaststoffarme Ernährung letztendlich der Faktor ist, der dann die Verstopfung auslöst. Manchmal stecken verschiedene Erkrankungen von Darm, Nerven und Muskeln, Störungen im Hormonhaushalt oder bestimmte Medikamente hinter der Obstipation. Häufig lässt sich für die Verstopfung jedoch keine organische Ursache finden.

Verstopfung durch falsche Ernährung?

Für eine Verstopfung galten früher oft eine falsche, ballaststoffarme Ernährung, Flüssigkeitsmangel und zu wenig Bewegung als mögliche Ursachen.

Bislang ist allerdings nicht belegt, dass Verstopfung seine direkten Ursachen in Faktoren wie Ernährung und Bewegung hat, denn: Längst nicht jeder sich falsch ernährende Bewegungsmuffel hat Probleme bei der Stuhlentleerung. Und umgekehrt führt nicht bei jedem Menschen mit Verstopfung eine umgestellte Ernährung zu einer Besserung – lediglich bei leichten Verstopfungsbeschwerden können ballaststoffreiche Lebensmittel wie Obst und Gemüse helfen.

Wahrscheinlicher ist, dass manche Menschen eine Neigung zur Obstipation haben und bei ihnen ein entsprechender Lebensstil schneller Verdauungsprobleme auslösen kann.

Darmerkrankungen

Manchmal liegen einer Verstopfung (Obstipation) andere Darmerkrankungen zugrunde. So ist die Verstopfung ein häufiges Symptom für das Reizdarmsyndrom. Auch entzündliche Darmerkrankungen wie entzündete Darmdivertikel (Divertikulitis) oder Morbus Crohn können eine Verstopfung auslösen.

In seltenen Fällen haben Verdauungsprobleme bis hin zur Verstopfung

als Ursache. Der Extremfall einer Verstopfung ist der Darmverschluss (Ileus): Hier ist der Transport des Stuhls vollständig blockiert.

Darüber hinaus können Analerkrankungen wie

die regelmäßige Stuhlentleerung der Betroffenen erschweren.

Nervenerkrankungen und Muskelerkrankungen

Eine Verstopfung (Obstipation) kann auch durch eine Erkrankung entstehen, die auf den ersten Blick nichts mit dem Dickdarm zu tun hat. So gehört bei Nervenerkrankungen wie Parkinson oder multipler Sklerose auch eine verlangsamte Verdauung zu den möglichen Symptomen. Auch Muskelerkrankungen wie beispielsweise Muskeldystrophie oder Myasthenia gravis können mit Verstopfung einhergehen.

Hormonhaushalt

Eine Verstopfung (Obstipation) kann ihre Ursachen auch in Veränderungen im Hormonhaushalt des Körpers haben: So tritt Verstopfung zum Beispiel gehäuft in der Schwangerschaft, in der Stillzeit oder während der Wechseljahre auf, manche Frauen haben auch in bestimmten Zyklusphasen verstärkt Probleme mit Verstopfung. Entscheidend sind hier die Hormone Progesteron und Gestagen.

Frauen haben daher zwei- bis dreimal öfter Verstopfung als Männer.

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Daneben kommen für eine Verstopfung andere Störungen im Hormonhaushalt infrage: Wenn beispielsweise das Hormonsystem infolge von Diabetes mellitus oder einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) gestört ist, kann das die Dickdarmaktivität beeinflussen und Verdauungsprobleme bis hin zur Obstipation auslösen.

Nebenwirkungen bestimmter Medikamente

Für eine Verstopfung (Obstipation) kommen als Ursachen auch bestimmte Medikamente infrage. Neben der gewünschten Wirkung zeigen viele Medikamente unerwünschte Nebenwirkungen, zu denen häufig auch die Verstopfung zählt – dazu gehören:

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