Verstopfung (Obstipation): Diagnose

Veröffentlicht von: Till von Bracht (22. Dezember 2015)

Bei einer möglichen Verstopfung (Obstipation) wird der Arzt seinen Patienten zunächst gründlich befragen und ihn körperlich untersuchen. Zudem wird er gegebenenfalls eine Blut- und eine Stuhlprobe nehmen.

  • Zunächst erkundigt sich der Arzt gezielt nach den vorliegenden Beschwerden und Lebensumständen – etwa nach der Dauer der Verstopfung, nach Ernährungsgewohnheiten, weiteren Beschwerden oder Erkrankungen und nach eingenommenen Medikamenten. Dadurch ergeben sich erste Hinweise auf die mögliche Ursache für die Obstipation.
  • In der anschließenden körperlichen Untersuchung tastet der Arzt den Bauch ab und hört die Darmgeräusche mithilfe eines Stethoskops ab. Den Enddarm (Rektum) tastet er mit den Fingern ab.
  • Eine Blutanalyse zeigt, wie hoch die Kaliumwerte im Blut und die Konzentration der Schilddrüsenhormone ist.
  • Um den Stuhl auf nicht sichtbares (okkultes) Blut zu analysieren, kommt der sogenannte Hämoccult-Test zum Einsatz.

Falls es nicht gelingt, die Symptome der Verstopfung durch eine ballaststoffreichere Ernährung zu lindern, sind weitere Untersuchungen nötig, um Ort und Ursache der Obstipation zu finden.

Darmspiegelung

Bei einer Verstopfung (Obstipation) ist zur weiterführenden Diagnose die Darmspiegelung (Koloskopie) geeignet: Dabei liefert ein in den Dickdarm eingeführtes Endoskop Bilder von dessen Innenwand. So kann der Arzt feststellen, ob eine entzündliche Erkrankung oder eine krankhafte Veränderung der Dickdarmwand die Vertopfung hervorruft.

Ist eine Darmspiegelung nicht möglich, können stattdessen Ultraschall- und Röntgenaufnahmen in Betracht kommen.

Hinton-Test

Mithilfe des Hinton-Tests ist es möglich, die Verweildauer des Stuhls zu bestimmen und festzustellen, wo genau die Verstopfung sitzt – im Dickdarm selbst oder im Bereich des Enddarms, der möglicherweise blockiert ist. Dazu schlucken die Betroffenen an sechs aufeinanderfolgenden Tagen jeweils eine Kapsel mit Markern, die bei einer Röntgenuntersuchung sichtbar sind. Am siebten Tag erfolgt dann eine Röntgenaufnahme des Bauchs.

Ergibt der Hinton-Test eine Verweildauer von mehr als 60 Stunden, ist für die Verstopfung wahrscheinlich ein träger Dickdarm verantwortlich. Bei einer trotz Verstopfungssymptomen durchschnittlichen Verweildauer von 30 bis 40 Stunden liegt das Problem wahrscheinlich in einem blockierten Enddarm: In dem Fall lautet die Diagnose Entleerungsstörung.

Anorektale Manometrie

Auch die Druckbestimmung im Enddarm ist für die Diagnose einer Verstopfung hilfreich: Hierzu kommt die anorektale Manometrie zum Einsatz. Der Arzt misst den Druck dabei mithilfe einer dünnen Messsonde, an deren Spitze sich ein kleiner aufblasbarer Ballon befindet. Der Mediziner schiebt die Sonde durch den After ein Stückchen in den Enddarm. Dann kann er die Kraft des Schließmuskels in Ruhe und bei Anspannung messen sowie durch langsames Füllen des Ballons mit Luft eine Stuhlfüllung des Mastdarms nachahmen. Die Messergebnisse zeigen, ob die Funktion des Enddarms oder der Schließmuskeln gestört ist und ob beim Pressen der Druckanstieg und die Muskelerschlaffung richtig aufeinander abgestimmt sind.


Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst