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Vermännlichung (Androgenisierung)

Vermännlichung (Androgenisierung): Therapie

Stand: 6. Juli 2010Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Ursächliche (kausale) Therapie

Um bei einer Vermännlichung (Androgenisierung) eine geeignete Therapie durchzuführen, ist es wichtig, die genaue Ursache zu kennen. Ist die Ursache beispielsweise ein hormonproduzierender Tumor, sollte dieser operativ entfernt werden. Beruht die Vermännlichung auf androgen beziehungsweise anabol wirkenden Aufbaupräparaten, sind diese abzusetzen.

Behandlung der Symptome

Eine ursächliche Therapie der Vermännlichung ist nicht immer möglich, zum Beispiel wenn die Ursache ein Enzymdefekt oder eine verstärkte Empfindlichkeit der Organe gegenüber männlichen Hormonen (Androgenen) ist. In diesen Fällen behandelt man die Symptome der Vermännlichung meist mit einer Hormontherapie. Dabei kommen Wirkstoffe zum Einsatz, welche die Bildung und die Wirkung der Androgene unterdrückt. Meist handelt es sich dabei um Wirkstoffe, die vor allem in hormonellen Verhütungsmitteln (wie der Antibabypille) eingesetzt werden. Sie beeinflussen die Bildung der männlichen Hormone, indem sie zum Beispiel die Steuerungshormone in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) hemmen oder die Bildung von Androgenen direkt in den Eierstöcken unterdrücken. Einige Wirkstoffe (z.B. Cyproteron) verringern dagegen die Wirkung der Androgene am Zielorgan. Der Wirkstoff Spironolacton wiederum kann die Androgenbildung in der Nebenniere unterdrücken.

Je nach Schweregrad der Vermännlichung kann man versuchen, die Beschwerden ohne Hormonpräparate zu lindern. Dies gelingt unter Umständen bei Vermännlichungserscheinungen an Haut und Haaren.

Bei einer verstärkten Behaarung (Hirsutismus) im Zuge der Androgenisierung kann die dauerhafte Epilation helfen, welche die Haarwurzel zerstört. Weitere Möglichkeiten sind eine regelmäßige Rasur oder ein Auszupfen der Haare (z.B. mit Wachs). Bei Haarausfall (Alopezie) kommen Haarwässer mit Minoxidil zum Einsatz. Minoxidil ist ein Wirkstoff mit blutdrucksenkender Wirkung, bei dem als Nebenwirkung eine Förderung des Haarwachstums beobachtet wurde. Bei der Therapie von Seborrhö und Akne lassen sich verschiedene Präparate einsetzen, welche die Talgproduktion verringern und entzündungshemmend auf die Talgdrüsen wirken (Vitamin-A-haltige Präparate, Sonnenlicht, UV-B-Strahlen, Tetrazykline).

Weiterlesen: Vermännlichung (Androgenisierung): Verlauf

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