Unterkühlung (Hypothermie) und Erfrierungen

Unterkühlung (Hypothermie) und Erfrierungen: Ursachen

Stand: 25. Juni 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Einer Unterkühlung (Hypothermie) und den häufig daraus entstehenden Erfrierungen liegen als Ursachen zunächst besonders niedrige Temperaturen zugrunde. Wind und Feuchtigkeit können deren Wirkung verstärken.

Demnach entstehen Kälteeinwirkungen, die zu Unterkühlung oder zu Erfrierungen führen, nicht nur aus den absoluten und physikalisch messbaren Kältegraden. Als weitere Ursachen spielen auch die gleichzeitig herrschende (Luft-)Feuchtigkeit und vorhandene Winde beziehungsweise Stürme eine Rolle. Dies lässt sich im sogenannten Wind-Kälte-Faktor (Windchill-Faktor) ausdrücken: So ergibt sich bei einer physikalisch messbaren Temperatur von beispielsweise -11 Grad Celsius und einem gleichzeitig vorhandenen Wind mit einer Geschwindigkeit von rund 18 Metern pro Sekunde eine gefühlte Temperatur von -30 Grad Celsius. Unter diesen Umständen kann es daher sehr viel schneller zu Unterkühlung und vor allem zu örtlichen Erfrierungen kommen als ohne den Wind.

Daneben können viele Faktoren eine Hypothermie oder Erfrierungen begünstigen. Mögliche Ursachen für ein erhöhtes Risiko für Kälteschäden sind:

  • unzureichende Bekleidung
  • feuchte Kleidung
  • zu langer Aufenthalt im Wasser – etwa durch Sturz ins Wasser bei niedrigen Temperaturen oder selbst im Sommer im Schwimmbad
  • zu wenig aktive Bewegung in der Kälte
  • bewusstloses Liegen in der Kälte
  • alte Frostschäden
  • mangelnde Anpassung an veränderte Klimabedingungen, fehlendes Training und geringe Erfahrung
  • individueller Körperzustand (zu wenige Fettpolster)
  • schlechter Allgemeinzustand (Ermüdung, Erschöpfung, Verletzungen)

Erfrierungen haben ihre Ursachen oft in einer Hypothermie: Wenn der menschliche Körper längere Zeit niedrigen Temperaturen ausgesetzt ist und es zur Unterkühlung kommt (d.h. die Körpertemperatur sinkt unter 37 Grad Celsius), erhöht der Körper nicht nur die Wärmeproduktion, sondern vermindert auch die Wärmeabgabe. Dabei haben die Extremitäten wegen ihrer großen Oberfläche eine wichtige thermische Regulationsfunktion. Der Kältereiz führt dazu, dass sich die dortigen Blutgefäße zusammenziehen (Vasokonstriktion), was die Blutzufuhr drosselt – das Blut versorgt dann in erster Linie den Körperstamm (Kreislaufzentrierung). Dieser Prozess ist ein wirksamer Selbstschutz für den Gesamtorganismus, wobei jedoch örtliche Erfrierungen in Kauf genommen werden: Das vom Sauerstoffmangel betroffene Gewebe erleidet eine Schädigung in einem Ausmaß, das bis zum Zelltod reichen kann.

Weiterlesen: Unterkühlung (Hypothermie) und Erfrierungen: Symptome

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