Unterkühlung (Hypothermie) und Erfrierungen

Ärztliche/klinische Behandlung

Stand: 25. Juni 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Je nach Schweregrad der Unterkühlung (Hypothermie) oder der Erfrierungen kann die von einem Arzt oder in der Klinik eingesetzte Therapie variieren. Zunächst besteht die ärztliche beziehungsweise klinische Behandlung in der Regel in folgenden Maßnahmen:

  • (per Spritze oder Infusion verabreichte) Schmerzmittel
  • sterile Verbände zur örtlichen Versorgung von Blasen
  • intravenöse Infusion mit Medikamenten, welche die Blutgerinnung hemmen oder die Blutgefäße erweitern

Durch Erfrierungen entstandene Blasen eröffnet der Arzt unter sterilen Bedingungen. Anschließend erfolgt eine örtliche Behandlung der Wundfläche mit Salben (mit antibiotischen Substanzen). Häufig ist dabei abzuwarten, bis sich eine örtliche Gewebsschädigung (Nekrose) vollständig ausgebildet hat, was unter Umständen bis zu mehrere Wochen dauern kann. Das abgestorbene Gewebe bildet einen trockenen Schorf, der sich nach Wochen bis Monaten zum gesunden Gewebe abgrenzt und unter Umständen bei einer ausbleibenden Infektion einfach abfällt (z.B. an den Fingerspitzen).

Betreffen Erfrierungen ein größeres Areal, wie zum Beispiel einen gesamten Fuß, so kann unter extrem ungünstigen Umständen (aufgrund eines sehr tief geschädigten Gewebes) zur Therapie eine Teilamputation notwendig sein.

Künstliche Niere

Ist eine Hypothermie (Unterkühlung) so schwer, dass die Körpertemperatur auf weniger als 30 Grad Celsius gesunken ist, kann zur Therapie die künstliche Niere zum Einsatz kommen, um die Wiedererwärmung zu versuchen. Die Hämodialyse ist aus drei Gründen zu empfehlen:

  • In Europa ist sie fast flächendeckend verfügbar.
  • Sie ermöglicht eine Erwärmung vom Körperkern aus.
  • Sie kann schwere Elektrolytstörungen und Abweichungen im Stoffwechsel schnell mitkorrigieren.

Weiterlesen: Unterkühlung (Hypothermie) und Erfrierungen: Verlauf

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