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Unfruchtbarkeit (Infertilität, Sterilität): Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (21. März 2016)

Bei einer Unfruchtbarkeit (Infertilität, Sterilität) hängt die geeignete Therapie von vielen Dingen ab:

  • Ursache für den unerfüllten Kinderwunsch
  • Ursache für die Unfruchtbarkeit
  • therapeutische Möglichkeiten

Einige Paare entscheiden sich bei einer bestehenden Unfruchtbarkeit letztlich gegen Nachwuchs, wodurch eine Therapie meist überflüssig ist, andere entschließen sich für die Adoption eines nicht leiblichen Kindes. Wiederum andere suchen Beratungsstellen und Einrichtungen auf, zum Beispiel eine Kinderwunschsprechstunde.

Sind keine körperlichen Gründe für eine Unfruchtbarkeit festzustellen, ist die ungewollte Kinderlosigkeit womöglich seelisch bedingt. Zur Therapie können in dem Fall Gespräche mit dem Partner, mit Familienangehörigen und anderen Betroffenen (in Selbsthilfegruppen, Internet-Foren usw.) hilfreich sein. Auch Entspannungsmethoden, eine psychologische Beratung oder Behandlung sowie gegebenenfalls Verfahren wie die Akupunktur können bei einer seelisch bedingten Infertilität oder Sterilität zur Behandlung beitragen.

Liegen der Unfruchtbarkeit eines Paares hormonelle Störungen zugrunde, kommen Hormonbehandlungen infrage. Wenn verklebte Eileiter oder verklebte Samenleiter für die Infertilität oder Sterilität verantwortlich sind, kann auch eine Operation sinnvoll sein, um die Ursache zu beheben.

Außerdem kann bei Unfruchtbarkeit eine künstliche Befruchtung in Betracht kommen. Unter künstlicher Befruchtung versteht man im Volksmund alle Verfahren, bei denen ein Kind nicht natürlich – also nicht durch Geschlechtsverkehr – entsteht.

Homologe Insemination

Ein Verfahren, mit dem man trotz Unfruchtbarkeit oft eine Schwangerschaft herbeiführen kann, ist die sogenannte homologe Insemination. Der Begriff "Insemination" bedeutet so viel wie "Einsetzen von Samenzellen". Bei der homologen Insemination bringt der Arzt den Samen des Mannes künstlich (also ohne Geschlechtsverkehr) in den Körper der Frau ein. Das bedeutet: Ein so gezeugtes Kind ist das leibliche Kind beider Partner. Diese Behandlung ist in etwa 5 bis 10 Prozent der Fälle erfolgreich. Dabei sind verschieden Vorgehensweisen möglich:

  • Intracervicale Insemination (ICI): Der Arzt spritzt den Samen in den Gebärmutterhals.
  • Intrauterine Insemination (IUI): Der Arzt setzt die zuvor im Labor aufbereiteten Samenzellen direkt in die Gebärmutter ein.
  • Intratubale Insemination (ITI): Der Arzt setzt die zuvor im Labor aufbereiteten Samenzellen direkt in die Eileiter ein.

Bei einer Unfruchtbarkeit ist die künstliche Befruchtung durch homologe Insemination vor allem dann angebracht, wenn der Samen des Mannes für eine normale Befruchtung in zu geringer Anzahl vorhanden ist und/oder nicht beweglich genug ist. Der Vorteil der künstlichen Samenübertragung bei Infertilität des Mannes besteht darin, dass mehr Samenzellen schneller zur Eizelle gelangen als beim Geschlechtsverkehr.

Heterologe Insemination

Wenn bei Unfruchtbarkeit die Zeugungskraft des Mannes zur künstlichen Befruchtung nicht ausreicht, bietet sich die sogenannte heterologe Insemination an, um dennoch eine Schwangerschaft herbeizuführen. Dabei bringt der Arzt den Samen eines zeugungsfähigen Mannes künstlich (also ohne Geschlechtsverkehr) in den Gebärmutterhals, die Gebärmutter oder die Eileiter der Frau ein. Das so gezeugte Kind ist nicht das leibliche Kind des Mannes, sondern nur der Mutter. Die Erfolgsquote der heterologen Insemination liegt bei etwa 20 Prozent.

Gamete Intrafallopian Transfer (GIFT)

Um trotz Unfruchtbarkeit einen Kinderwunsch zu erfüllen, kommt auch ein Gamete Intrafallopian Transfer (GIFT) infrage. Hierbei gewinnt der Arzt durch eine Punktion Eizellen aus dem Eierstock der Frau. Zusammen mit den Samenzellen des Mannes spült der Arzt die Eizellen anschließend in den Eileiter: Dies geschieht entweder durch die Bauchdecke oder mithilfe eines dünnen Katheters durch den Muttermund. Die Samenzellen können dann die Eizellen im Körper der Frau befruchten. Vor einer GIFT-Behandlung ist es notwendig, die Eizellreifung durch eine hormonelle Behandlung anzuregen. Voraussetzung für die Durchführbarkeit einer künstlichen Befruchtung durch GIFT ist, dass mindestens einer der Eileiter frei durchgängig ist.

In-Vitro-Fertilisation (IVF)

Häufig gelingt es bei Unfruchtbarkeit, mithilfe der sogenannten In-Vitro-Fertilisation (IVF) ein Kind zu bekommen. In-Vitro-Fertilisation heißt übersetzt in etwa Befruchtung im Glas: In Deutschland verschmolz man im Jahr 1981 erstmals in einer Petri-Schale Eizelle und Samenzelle miteinander und setzte der Frau anschließend die befruchtete Eizelle ein. Mittlerweile ist fast jedes 80. in Deutschland geborene Kind durch diese Form der künstlichen Befruchtung entstanden.

Bei der In-Vitro-Fertilisation (IVF) entnimmt der Arzt der Frau unter Ultraschallkontrolle durch die Scheide einige Eizellen, um sie außerhalb ihres Körpers mit dem Samen des Mannes befruchten zu lassen. Die Samenzelle vollzieht diese Befruchtung sozusagen selber – das heißt, sie gelangt nicht über eine Spritze in die Eizelle. Zwei Tage nach der Befruchtung pflanzt der Arzt das befruchtete Ei in die Gebärmutter der Frau ein.

Video: In-vitro-Fertilisation – wie läuft sie ab?

Die In-Vitro-Fertilisation (IVF) kommt hauptsächlich dann zum Einsatz, wenn die Unfruchtbarkeit dadurch bedingt ist, dass die Eileiter (Tuben) der Frau nicht ausreichend durchgängig sind. Die Erfolgsquote dieses Verfahrens liegt bei bis zu 40 Prozent.

In-Vitro-Maturation (IVM)

Zur Therapie einer Unfruchtbarkeit steht auch eine neuere Methode zur Verfügung, die das Verfahren der IVF ergänzt: die sogenannte In-Vitro-Maturation (IVM). Bei dieser Technik entnimmt der Arzt unreife Eizellen aus den zuvor nur wenig oder gar nicht mit Hormonen angeregten Eierstöcken der Frau. Statt die Reifung der Eizellen vor deren Entnahme durch eine Hormonbehandlung der Frau anzuregen, gibt man den Eizellen erst im Reagenzglas die natürlichen Hormone FSH und HCG zu: So reifen die Eizellen ein bis zwei Tage lang außerhalb des Körpers der Frau. Erst dann findet ihre Befruchtung mit den männlichen Samenzellen statt. Nach weiteren zwei Tagen setzt der Arzt die befruchteten Eizellen in die Gebärmutter ein.

Dass die In-Vitro-Maturation (IVM) ohne hochdosierte Hormonbehandlung der Frau auskommt, ist vor allem dann von großem Vorteil, wenn hinter der Unfruchtbarkeit polycystische Ovarien stecken oder wenn die Frau aufgrund einer Krebserkrankung eine Therapie mit chemischen Substanzen benötigt, die Krebszellen abtöten oder deren Vermehrung hemmen.

Intra-Cytoplastische-Spermien-Injektion (ICSI)

Des Weiteren steht bei Unfruchtbarkeit seit 1994 die sogenannte Intra-Cytoplastische-Spermien-Injektion in Deutschland zur Verfügung – kurz ICSI oder auch Mikroinsemination genannt. Dazu entnimmt der Arzt der Frau Eizellen durch die Scheide, um sie künstlich zu befruchten: Dabei spritzt er jede einzelne Samenzelle mithilfe einer Mikropipette direkt ins Zytoplasma der Eizelle der Frau. Nach zwei Tagen bekommt die Frau die befruchteten Zellen in die Gebärmutter eingepflanzt.

Eine Intra-Cytoplastische-Spermien-Injektion (ICSI) erfolgt zur Behandlung von Unfruchtbarkeit meist dann, wenn die Samenzellen des Mannes in ihrer Menge oder Beweglichkeit eingeschränkt sind. Die ICSI führt in etwa 40 Prozent der Fälle zum Erfolg.



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