Turner-Syndrom (Ullrich-Turner-Syndrom): Verlauf

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (20. Januar 2016)

Beim Turner-Syndrom (Ullrich-Turner-Syndrom) hängt der weitere Verlauf von der Behandlung ab: Gelingt es, den bestehenden Hormonmangel auszugleichen, entwickeln sich die betroffenen Mädchen im Wesentlichen normal.

Doch auch mit Wachstumshormon und Östrogen behandelte Frauen mit Turner-Syndrom erreichen im Durchschnitt nur eine Größe von 1,47 Metern und können keine leiblichen Kinder bekommen. Außerdem ist die Behandlung mit Geschlechtshormonen ein Leben lang erforderlich, um zu verhindern, dass das Ullrich-Turner-Syndrom zu Osteoporose führt.

Des Weiteren sind Fehlbildungen (wie ungewöhnliche Herz- und Gefäßausprägungen) beim Turner-Syndrom nicht selten und können im weiteren Verlauf Komplikationen nach sich ziehen. So hat etwa jeder fünfte Frau mit Ullrich-Turner-Syndrom:

  • an einer ihrer Herzklappen (der Aortenklappe) nur zwei statt drei Klappensegel,
  • was zu einer Erweiterung der aufsteigenden Hauptschlagader (sog. Aortenaneurysma) führen kann,
  • die wiederum das Risiko für einen Aorteneinriss (Dissektion) erhöht.

Dieses Komplikationsrisiko kann beim Ullrich-Turner-Syndrom jedoch schnell unbeachtet bleiben, denn: Derselbe Durchmesser der Hauptschlagader, der bei normaler Körpergröße dem Durchschnittswert entspricht, kann bei geringer Körpergröße – ins richtige Verhältnis gesetzt – schon eine Gefäßerweiterung bedeuten. Grundsätzlich ist für Frauen mit Turner-Syndrom bei Aortenaneurysmen daher eine Betreuung durch erfahrene Fachärzte ratsam.


Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst