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Stand: 26. Oktober 2012Veröffentlicht von: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Bei Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) ist die Therapie unter anderem davon abhängig, ob ein Typ-1- oder ein Typ-2-Diabetes vorliegt. Mithilfe der Therapie lässt sich der Blutzuckerspiegel gut einstellen, sodass Diabetiker ein beschwerdefreies Leben führen können. Auch mögliche Folgeerkrankungen und Spätschäden von Diabetes kann man mit einer konsequenten Blutzuckerkontrolle vermeiden. Wer an Diabetes erkrankt ist, kann selbst maßgeblich dazu beitragen, dass die Therapie erfolgreich ist. Er sollte die wesentlichen Therapiemaßnahmen in seinem persönlichen Alltag dauerhaft und eigenverantwortlich umsetzen. Diabetes mellitus ist zwar nicht heilbar – wer jedoch aktiv und verantwortungsvoll mit seiner Erkrankung umgeht und auf seinen Körper achtet, kann ohne große Einschränkung normal leben.
Beim Typ-1-Diabetes liegt ein absoluter Insulinmangel vor, das heißt, dass die Bauchspeicheldrüse zu wenig oder gar kein Insulin bildet. Da Insulin jedoch lebensnotwendig ist, müssen Betroffene es lebenslang spritzen. Insulin ist eine aus verschiedenen Aminosäuren (Bausteine der Eiweiße) zusammengesetzte Substanz. Zur Diabetes-Therapie stehen Normalinsulin und auch sogenannte Insulinanaloga zur Verfügung. Bei den Insulinanaloga sind im Gegensatz zum Normalinsulin einige Aminosäuren ausgetauscht.
Eine Therapie mit speziellen Medikamenten (sog. oralen Antidiabetika) ist bei Typ-1-Diabetes unwirksam. Der Grund: Orale Antidiabetika (OAD) sollen die Insulinausschüttung der Inselzellen erhöhen. Diese Zellen haben beim Typ-1-Diabetes jedoch ihre Funktion verloren.
Beim Diabetes mellitus Typ 2 gibt es ein breiteres Therapie-Spektrum: Häufig liegt dem Diabetes mellitus Typ 2 eine ungesunde Ernährungsweise zugrunde – und damit verbunden auch Übergewicht oder Fettleibigkeit (Adipositas).
Wird der Typ-2-Diabetes rechtzeitig erkannt, kann man den gestörten Glukosestoffwechsel in vielen Fällen noch ohne Medikamente normalisieren. Eine Umstellung der Lebensgewohnheiten ist hier das A & O. Dazu gehört vor allem:
Reichen diese Maßnahmen nicht aus, um den Blutzuckerspiegel entscheidend zu senken, können zusätzlich Medikamente (sog. orale Antidiabetika) helfen. Ist die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse schließlich erschöpft oder wirken die Tabletten nur unzureichend, kann eine Insulintherapie erforderlich sein, um die Blutzuckerwerte ausreichend zu senken.
Stufentherapie bei Typ-2-Diabetes
Je nachdem, wie weit der Typ-2-Diabetes fortgeschritten ist, können verschiedene Therapiestufen nötig sein.
| Stufe 1 | In Stufe 1 der Therapie stellt der Diabetiker zunächst seine Ernährungsweise um. Das Ziel ist hierbei, Gewicht zu verlieren. Bewegung und Rauchverzicht gehören ebenfalls zum Therapieplan. Wenn der Betroffene alle mit dem Arzt besprochenen Ziele erreicht, muss er oft keine Medikamente einnehmen. |
|---|---|
| Stufe 2 | Reichen die Maßnahmen in Stufe 1 nicht aus, verschreibt der Arzt übergewichtigen Diabetikern meist Metformin, ein Wirkstoff, der den Blutzuckerspiegel senkt. Normalgewichtige Diabetiker nehmen dagegen sogenannte Sulfonylharnstoffe oder Sulfonylharnstoff-Analoga (z.B. Repaglinid) ein ein. |
| Stufe 3 | Sinkt der Blutzuckerspiegel nicht ausreichend, verordnet der Arzt zusätzlich ein zweites Medikament. Gängige Kombinationen bei Übergewichtigen sind: Metformin + Acarbose oder Sulfonylharnstoff oder ein Sulfonylharnstoff-Analogon oder ein Glitazon. Bei Normalgewichtigen werden Sulfonylharnstoffe zum Beispiel mit Acarbose oder Glitazonen kombiniert. Neuere Medikamente sind die DPP-4-Inhibitoren (sog. Gliptine) und die Inkretin-Mimetika (z.B. Exenatide). Diese Substanzen können die Therapie mit Metformin oder Sulfonylharnstoffen ergänzen. |
| Stufe 4 | Lässt sich der Blutzuckerspiegel mit Tabletten alleine nicht mehr zufriedenstellend regulieren, muss sich der Diabetiker zusätzlich Insulin spritzen. |
| Stufe 5 | Wenn die Insulinproduktion erschöpft ist, erfolgt die Behandlung ausschließlich mit Insulin. |
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