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Stand: 16. August 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Der Begriff "Diabetes" geht auf das griechische Wort für "hindurchlaufen" oder "hindurchfließen" zurück. Diese Bezeichnung als "Durchfluss" bezieht sich auf ein typisches Symptom beim Diabetes – einen verstärkten Harndrang. Im 1. Jahrhundert nach Christus war der griechische Arzt Aretaios einer der ersten, die den Begriff Diabetes entsprechend verwendeten.
"Mellitus" ist lateinisch und bedeutet "honigsüß ". Der Name "Diabetes mellitus ", also "honigsüßer Durchfluss" oder auch "Zuckerharnruhr", bezieht sich auf den süßen Geschmack des Urins von Diabetikern. Heute mag das befremdlich klingen – doch das Schmecken des Urins war bis in die Neuzeit ein gängiger Test auf verschiedene Erkrankungen: Der englische Mediziner und Naturphilosoph Thomas Willis stellte die Diagnose "Diabetes" im 17. Jahrhundert anhand dieser Geschmacksprobe.
Im 19. Jahrhundert beschrieb der Berliner Pathologe Paul Langerhans inselartige Zellformationen in der Bauchspeicheldrüse des Menschen, die heute auch seinen Namen tragen: langerhanssche Inseln. Allerdings wusste Langerhans noch nicht, dass diese Zellen das Hormon Insulin produzieren. 1893 gelang es dann Joseph Freiherr von Mering und Oskar Minkowski, den Zusammenhang zwischen der Bauchspeicheldrüse und Diabetes mellitus nachzuweisen. Sie entfernten einem Hund die Bauchspeicheldrüse – kurz darauf entwickelte das Tier typische Symptome für einen Diabetes mellitus.
1921 gelang es den kanadischen Physiologen Sir Frederick Grant Banting und Charles Herbert Best, Insulin aus Bauchspeicheldrüsengewebe zu gewinnen. Sie spritzten das Insulin einem Hund, dem zuvor die Bauchspeicheldrüse operativ entfernt worden war, und behandelten so dessen Diabetes. Einige Zeit später wurden auch Menschen mit dieser Therapie behandelt. 1935 beschrieb Roger Hinsworth, dass es zwei unterschiedliche Formen der Erkankung geben muss.
1955 konnten Wissenschaftler die chemische Struktur des Hormons Insulin aufklären. 1976 gelang es Forschern erstmals, aus Schweinen gewonnenes Insulin in für den Menschen verträgliches Insulin (Humaninsulin) umzuwandeln. Seit 1979 wird Humaninsulin synthetisch hergestellt.
Allerdings sind auch heute noch längst nicht alle Fragen bezüglich der Ursachen und vor allem der Folgen des Diabetes mellitus geklärt.
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