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Stand: 5. Dezember 2007Autor: Onmeda-Redaktion
Liegt ein sehr starkes Übergewicht mit einem BMI von über 40 vor und haben bisherige Methoden der Gewichtsreduzierung über einen längeren Zeitraum zu keinem Erfolg geführt, kann eine operative Verkleinerung des Magenvolumens sinnvoll sein.
Durch solch eine operative Verkleinerung fasst der Magen nur noch einen Bruchteil seines ursprünglichen Volumens, wodurch zwangsweise weniger Nahrung aufgenommen werden kann und man schneller ein Sättigungsgefühl bekommt. Wird nun mehr gegessen, als der Magen fassen kann, kommt es zu Missempfindungen und Erbrechen. Eine Veränderung des Essverhaltens ist dadurch unumgänglich.
Eine operative Behandlung des Übergewichts (Adipositas) kann durchgeführt werden, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:
Liegen eine Stoffwechselstörung oder ein metabolisches Syndrom vor, kann eine operative Behandlung des Übergewichts auch bei einem BMI unterhalb von 40 erwogen werden.
Soll die Adipositas operativ behandelt werden, erhält der Betroffene erneut eine intensive Ernährungsberatung und wird umfassend über den Eingriff sowie mögliche Folgen und Nebenwirkungen aufgeklärt. Denn nach der Operation ist eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten unumgänglich und der Zusammenhang zwischen kalorienhaltiger Nahrung und Übergewicht muss klar werden.
Der Betroffene ist nach der Operation nicht mehr in der Lage, bisher gewohnte Menüfolgen zu verzehren, was von diesem mit hoher Wahrscheinlichkeit zunächst als Einschränkung seiner Lebensqualität empfunden werden wird. Die Nahrung muss nun zwangsweise langsam gegessen und sehr gut durchgekaut werden, wodurch unter Umständen ein Gespräch bei Tisch erschwert und bei Nichtbeachten ein Erbrechen der Nahrung die Folge ist. Sobald ein Sättigungsgefühl erreicht ist, sollte auch nicht mehr gegessen werden, egal wie klein die verzehrte Portion im ersten Moment erscheint. Es ist wichtig, dass der Betroffene nicht versucht, stark fetthaltige Nahrung in halbflüssiger Form (z.B. Sahnejoghurts, zuckerhaltige Getränke) zu sich zu nehmen. Andernfalls ist es möglich, dass die Operation in punkto Gewichtsabnahme erfolglos bleibt.
Ebenso ist es wichtig, dass sich der Betroffene nach der Operation mehr bewegt und sportlich aktiv wird.
Durch eine operative Verkleinerung des Magenvolumens kann das Übergewicht um durchschnittlich 50 Prozent verringert werden.
Bei der Vertikalen Gastroplastik wird mithilfe einer Klammernahttechnik ein Teil des Magens abgetrennt, wodurch sich ein kleinerer Vormagen (sog. Pouch) bildet, der nur noch etwa 20 bis 30 Milliliter fasst. Eine vertikale Gastroplastik wird meist laparotomisch durchgeführt, das heißt durch einen operativen Eingriff in die Bauchhöhle.
Mit einem verstellbaren (anpassbaren) Magenband wird ebenfalls ein kleinerer Vormagen (Pouch) geschaffen. Dazu wird ein Silikonband um den Magenfundus geschlungen, welches ähnlich wie ein Fahrradschlauch ballonartig mit Luft gefüllt werden kann. Auf diese Weise kann die Größe des Vormagens noch angepasst werden, je nachdem wie viel Luft in den Ballon gefüllt wird. Für die Luftzufuhr wird zusätzlich ein Silikonschlauch vom Magenband zu einem Ventil (Port) im Unterhautfettgewebe des Bauchs gelegt. Bis die optimale Vormagen-Größe eingestellt ist, muss der Ballon meist zwei- bis viermal befüllt werden.
Im Unterschied zur Vertikalen Gastroplastik kann die Verkleinerung des Vormagens durch ein Magenband relativ leicht wieder rückgängig gemacht werden.
Beim Magen-Bypass wird in einem minimal-invasiven, operativen laparoskopischen Eingriff aus dem Magen ebenfalls ein kleinerer Vormagen (Pouch) geformt, der etwa 20 bis 40 Milliliter an Volumen fasst. Der ursprüngliche Magenausgang wird verlegt und direkt an den Dünndarm angeschlossen. Auf diese Weise passiert die Nahrung nun nicht mehr den Zwölffingerdarm, sondern gelangt direkt in den Dünndarm.
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