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Stand: 30. Oktober 2012Veröffentlicht von: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Das Binge Eating beziehungsweise die Binge-Eating-Störung (BES oder BED = Binge Eating Disorder) gehört zu der Gruppe der Essstörungen. Die Betroffenen konsumieren dabei innerhalb von kurzer Zeit ungewöhnlich große Mengen an Nahrungsmitteln, die häufig sehr kalorienreich sind.
Binge Eating ist ein relativ neuer Krankheitsbegriff: Erst seit 1994 gilt die Binge Eating Disorder als eigenständiges Krankheitsbild. An einer Binge-Eating-Störung erkrankte Personen können nicht kontrollieren, wie viel sie essen oder wann sie mit dem Essen aufhören müssen. Im Gegensatz zur Bulimia nervosa ergreifen die Betroffenen bei Binge Eating nicht systematisch Maßnahmen wie Erbrechen oder exzessives Sporttreiben, um einer möglichen Gewichtszunahme entgegenzuwirken. Personen mit einer Binge Eating Disorder sind deshalb meistens übergewichtig.
Vermutlich sind etwa 2 bis 3 Prozent der Bevölkerung von der Binge Eating Disorder betroffen. Bei Übergewichtigen kommt die Binge-Eating-Störung jedoch deutlich häufiger vor: Schätzungen zufolge sind etwa 4 bis 9 Prozent betroffen.
Anders als bei Magersucht oder Bulimie sind auch viele Männer von der Binge-Eating-Störung betroffen – sie machen etwa ein Drittel der Erkrankten aus. Die Ursachen für das Binge Eating sind weitgehend unbekannt. Psychische Faktoren tragen aber sehr wahrscheinlich dazu bei, dass eine Binge-Eating-Störung auftritt.
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Bei der Therapie der Binge Eating Disorder wirken vor allem verhaltenstherapeutische Ansätze. Medikamente sind dagegen zur Behandlung von Binge Eating nicht zugelassen. Manchmal kommen aber Antidepressiva oder Medikamente, welche die Gewichtsabnahme erleichtern, zum Einsatz. Ob dies tatsächlich einen positiven Einfluss auf den Verlauf der Binge Eating Disorder hat, ist aber bislang nicht geklärt.
Da die Binge-Eating-Störung ein relativ neues Krankheitsbild ist, gibt es bisher wenige Studien dazu, wie sie verläuft. Eine angemessene Behandlung spielt für den Verlauf und die Prognose eine wichtige Rolle – auch um Komplikationen durch Übergewicht zu vermeiden.
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