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Tumorschmerzen

Schmerzmittel bei Tumorschmerzen

Stand: 27. September 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Welche Schmerzmittel (Analgetika) bei Tumorschmerzen wann und in welcher Dosierung geeignet sind, richtet sich nach dem sogenannten Stufenplan der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Er gilt heutzutage als allgemein gültige Richtlinie für die Behandlung von Tumorschmerzen und anderen chronischen Schmerzen. Das WHO-Schema empfiehlt ein stufenweises Vorgehen mit verschiedenen Schmerzmitteln, das sich an der Stärke der Schmerzen orientiert. Es gibt dabei drei Stufen.

1. Stufe: NSAR

Am Beginn der Schmerztherapie, also auf der 1. Stufe, stehen herkömmliche Schmerzmittel, die beispielsweise auch bei Kopf- oder Zahnschmerzen geeignet sind, im Vordergrund. Sie werden als nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) bezeichnet. Weil diese Schmerzmittel keine Opioide sind, nennt man sie auch Nicht-Opioid-Analgetika.

Häufige Vertreter der NSAR sind Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen oder Diclofenac. Auch Paracetamol und Metamizol gehören zu den Schmerzmitteln der ersten Stufe des WHO-Modells.

Bei gelegentlich auftretenden, leichten Schmerzen sollte man NSAR nur bei Bedarf einnehmen. Falls dies nicht ausreicht, verordnet der Arzt sie als Dauermedikation. Als Nebenwirkungen der NSAR können unter anderem Magen-Darm-Beschwerden und allergische Reaktionen auftreten.

2. Stufe: NSAR und leichte Opiate

Bei anhaltenden Tumorschmerzen und unzureichender Wirksamkeit der Stufe-1-Therapie lassen sich nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) und zusätzlich leichte Opiate einsetzen. Opiate schalten Tumorschmerzen zentral im Gehirn aus.

Bekannte Vertreter aus dieser Gruppe der leichten Opiate sind Tramadol, Tilidin oder Codein.

Opioide können das Bewusstsein beeinflussen. Schwindel, Übelkeit und Verstopfung sind häufige Nebenwirkungen.

3. Stufe: Opiate

Ist auch die 2. Stufe der Schmerztherapie nicht mehr ausreichend, leiten Ärzte die 3. Stufe der WHO-Schmerztherapie ein. Gegen schwere Tumorschmerzen wirken vorwiegend stark wirksame Opiate wie Morphin (umgangssprachlich oft auch als Morphium bezeichnet), Fentanyl oder Buprenorphin.

Es gibt zahlreiche weitere dem Morphium ähnliche Substanzen (Morphinderivate), die sich in Wirkstärke und Wirkdauer unterscheiden. Sie lassen sich bei Tumorschmerzen einzeln oder kombiniert geben.

Darreichungsformen der Tumor-Schmerzmittel

Die Darreichungsformen der Tumor-Schmerzmittel sind vielfältig. Die meisten Medikamente gegen Tumorschmerzen lassen sich in der Regel sehr einfach und schmerzfrei verabreichen. Bewährt haben sich:

  • Tabletten, Kapseln und Tropfen, die der Patient über den Mund (oral) einnimmt.
  • Hautpflaster, die den Wirkstoff über die Haut abgeben.
  • Zäpfchen, die über den Anus eingeführt werden.

Wenn diese Darreichungsform nicht ausreichend wirkt oder der an Krebs Erkrankte sie ablehnt, lassen sich die Schmerzmittel auch anders verabreichen:

  • Spritzen und Infusionen in die Vene (intravenös)
  • Schmerzpumpen: Über ein Kästchen, das ein mit einem Schmerzmittel gefülltes Depot enthält, und eine intravenöse Kanüle erhält der Erkrankte kontinuierlich eine bestimmte Dosis Schmerzmittel. Bei Bedarf kann der Patient selbst eine zusätzliche Dosis (Bolus) freisetzen, um plötzlich einsetzende Tumorschmerzen zu lindern.
  • Katheter: In seltenen Fällen kann es notwendig sein, die Schmerzmittel mithilfe einer Pumpe über einen Katheter in die unmittelbare Nähe der Rückenmarksnervenzu leiten.

Weiterlesen: Tumorschmerzen: Therapie – Ergänzende Therapie bei Tumorschmerzen

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