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Tumorschmerzen

Ergänzende Therapie bei Tumorschmerzen

Stand: 27. September 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Neben der medikamentösen Schmerztherapie gibt es ergänzende Therapien bei Tumorschmerzen. Wenn notwendig und sinnvoll, setzt man sie alleinig oder zusätzlich zu den Medikamenten ein.

Bestrahlung, Chemotherapie, Chirurgie

Bestrahlung, Chemotherapie und Chirurgie sind generell drei wichtige Säulen in der Krebstherapie. Sie ermöglichen oft sogar eine Heilung der Erkrankung oder Dämmen den Krebs für lange Zeit ein. Somit bekämpfen diese Methoden auch Krebs-Symptome – also auch Tumorschmerzen: Durch Bestrahlung oder Chemotherapie lässt sich in vielen Fällen das Tumorwachstum verhindern oder die Rückbildung eines Tumors erreichen. Dadurch können Tumorschmerzen abnehmen oder verschwinden. Auch eine chirurgische Tumorverkleinerung (Operation) eignet sich, um Tumorschmerzen zu reduzieren.

Die behandelnden Ärzte beurteilen im Einzelfall, ob bei Tumorschmerzen eine solche Therapie sinnvoll ist. Eine Bestrahlung kann beispielsweise bei Tochtergeschwulsten (Metastasen) im Knochen- oder Weichteilgewebe sowie bei Tumorschmerzen durch Leber- oder Milzkrebs erfolgversprechend sein.

Nervenblockaden

Neurochirurgische Verfahren, wie Nervenblockaden, zählen zu den eindringenden (invasiven) Therapieverfahren. Ob sich ein solches Verfahren bei Tumorschmerzen als Therapie eignet, hängt immer von dem individuellen Nutzen und Risiko einer solchen Behandlung ab. Im Einzelfall können Nervenblockaden jedoch sehr hilfreich sein.

Für eine Nervenblockade bringt der Arzt eine Kanüle durch die Haut nahe an den schmerzleitenden Nerv. Über diese Kanüle verabreicht er ein örtliches Betäubungsmittel, welches die Nervenleitung – und damit die Schmerzweiterleitung – unterbricht. Die Kanüle lässt sich auch nahe an das Rückenmark setzen, wo mehrere Nerven zusammenlaufen. Auf diese Weise lassen sich Schmerzen schon mit geringen Mengen an Schmerzmittel sehr effektiv lindern.

Akupunktur, Elektrostimulationsverfahren, Physiotherapie u.a.

Akupunktur, Elektrostimulation und Physiotherapie gehören auch zu den ergänzenden Therapien bei Tumorschmerzen. Allein sind sie jedoch in der Regel nicht ausreichend wirksam. Sie helfen aber oft bei zusätzlichen Schmerzen wie etwa Verspannungen.

Dasselbe gilt für Autogenes Training, Massagen, Krankengymnastik und manuelle Therapie.

Kortisonpräparate

Kortisonpräparate wirken vor allem bei Knochen- und Hirnmetastasen. Aufgrund ihrer Nebenwirkungen verordnen Ärzte sie jedoch nur kurzfristig.

Bisphosphonate und Calcitonin

Bisphosphonate und Calcitonin wirken fördernd auf den Knochenstoffwechsel. Diese Wirkstoffe sind daher sinnvoll bei Tumorschmerzen, deren Ursache Knochenmetastasen sind.

Psychopharmaka

Zu den Psychopharmaka, die Ärzte bei Tumorschmerzen einsetzen, zählen beispielsweise Antidepressiva, Antiepileptika und Neuroleptika.

Psychische Unterstützung

Bei Tumorschmerzen hilft oft auch eine psychische Unterstützung. Eine Krebserkrankung belastet nicht nur den Körper, sondern auch die Seele. Der Schock bei der Diagnose, die Belastung durch notwendige Operationen und Therapien, die Ungewissheit vor der Zukunft, die Angst vor Leiden und dem Tod sowie die Veränderungen im Alltagsleben verursachen nicht selten psychisch bedingte Schmerzen.

Die seelische Krankheits- und Schmerzverarbeitung ist deshalb ein wichtiger Teil der Krebsbehandlung. Hier eignen sich etwa psychologische Gesprächstherapien. Aber auch Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Meditation und Atemtherapie können hilfreich sein. Darüber hinaus gibt es eine ganze Reihe von künstlerischen Therapien, wie Mal- und Musiktherapien, sowie Bewegungstherapien, wie die Tanztherapie.

Weiterlesen: Tumorschmerzen: Verlauf

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