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Tuberkulose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (20. November 2015)

© Jupiterimages/iStockphoto

Die Tuberkulose (Tbc) – früher auch als Schwindsucht bezeichnet – ist eine chronisch verlaufende Infektionskrankheit, die vor allem die Lunge befällt. Nachdem die Fallzahlen in Deutschland viele Jahre lang stetig zurückgegangen sind, steigen sie seit einer Weile wieder an. Dies liegt vor allem an der zunehmenden Mobilität der Menschen und den Migrationsbewegungen.

Tuberkulose ist weltweit verbreitet. Etwa ein Drittel der Weltbevölkerung infiziert sich im Laufe des Lebens mit den ursächlichen Bakterien (v.a. Mycobacterium tuberculosis), deren Übertragung durch Tröpfcheninfektion geschieht. Ein schlechter Ernährungszustand, ungünstige soziale Verhältnisse und ein geschwächtes Immunsystem (z.B. wegen einer HIV-Infektion) begünstigen die Ansteckung und Erkrankung durch Tbc.

Entsprechend ist Tuberkulose in den Entwicklungsländern eine der häufigsten Infektionskrankheiten. Doch auch in den Industrieländern ist Tbc noch nicht besiegt.

In Deutschland fällt die Tuberkulose unter das Infektionsschutzgesetz. Erkrankungs- und Todesfälle durch Tbc sind meldepflichtig.

Längst nicht jede Infektion mit dem Erreger führt auch zu einer Tuberkulose – Symptome treten nur in ungefähr fünf bis zehn Prozent der Fälle auf. Ein Teil der Infizierten entwickelt bereits kurze Zeit nach der Ansteckung eine Primärtuberkulose. Dabei bildet sich meist ein einzelner Entzündungsherd in der Lunge (Lungentuberkulose bzw. pulmonale Tbc), der sich im weiteren Verlauf abkapseln kann. Nur selten befindet sich der erste Infektionsherd an anderer Stelle (wie bei der primären Darmtuberkulose oder Hauttuberkulose).

Die Bakterien können sich anschließend ausbreiten und dabei auch andere Organe als die Lunge befallen (Organtuberkulose bzw. extrapulmonale Tuberkulose). Eine solche Postprimärtuberkulose kann direkt aus einer primären Infektion, aber auch noch viele Jahre später aus einem alten Infektionsherd durch Reaktivierung der Erreger entstehen. Die postprimäre Tbc betrifft ebenfalls vor allem die Lunge, kann aber auch mit fortschreitenden Entzündungen in Hirnhäuten, Haut, Nieren, Knochen und vielen weiteren Organen einhergehen.

Die Symptome der Tuberkulose sind wenig kennzeichnend. Das heißt, dass die Betroffenen Beschwerden haben, die auch bei anderen Erkrankungen vorkommen können. Für die Diagnose sind deshalb neben der Krankheitsgeschichte Laboruntersuchungen notwendig. Als Testverfahren bei Tbc-Verdacht sind zum Beispiel der Tuberkulin-Test oder der Interferon-Gamma-Test geeignet.

Die Heilungschancen der Tuberkulose hängen unter anderem davon ab, welche Organe betroffen sind und wie schnell die Erkrankung erkannt und behandelt wird. Zur Therapie kommen Antibiotika zum Einsatz, die gegen die Tbc-Erreger wirken (sog. Antituberkulotika).

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