Tuberkulose: Symptome

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (20. November 2015)

Die mit Tuberkulose (Tbc) verbundenen Symptome sind sehr vielgestaltig, da grundsätzlich jedes Organ von den ursächlichen Bakterien befallen sein kann. In den meisten Fällen macht sich die Infektion jedoch gar nicht bemerkbar:

Rund 90 Prozent der infizierten Menschen entwickeln nie eine Tuberkulose. Diese ohne Symptome verlaufende Infektion bezeichnet man als schlummernde beziehungsweise latente tuberkulöse Infektion (LTBI) – denn: Die Krankheitserreger sind nicht endgültig überwunden, sondern überdauern in einer Art Schlummerzustand. Nur wenige Infizierte erkranken zeitnah zur Infektion. Bei etwa 5 Prozent der Infizierten „erwachen“ die Erreger erst deutlich – teils Jahrzehnte – später wieder und rufen eine Tbc hervor.

Je nachdem, ob sich direkt aus der ersten Infektion eine Tuberkulose entwickelt oder ob die Symptome erst später durch neue Infektionsherde entstehen, unterscheidet man die primäre und postprimäre Tbc.

Primäre Tuberkulose

Meistens verläuft die primäre Tuberkulose als Lungentuberkulose. Die Symptome für den Befall der Lunge sind anfangs oft wenig kennzeichnend. Häufig – besonders bei Kindern – bereitet die primäre Lungen-Tbc sogar gar keine Beschwerden. Bei Kindern kann sie sich auch nur dadurch bemerkbar machen, dass deren Entwicklung verzögert ist.

Wenn die primäre Tuberkulose der Lunge Symptome verursacht, ist ihr wichtigstes Anzeichen Husten mit oder ohne Auswurf. Letzterer kann in seltenen Fällen blutig sein. Manchmal bereitet die Tbc auch Schmerzen in der Brust und Atemnot.

Zudem kann die primäre Tuberkulose der Lunge folgende allgemeine Symptome verursachen:

Nur selten sind andere Organe wie Halslymphknoten, Darm oder Haut von einer primären Tuberkulose betroffen. Die allgemeinen Symptome einer solchen sogenannten Organtuberkulose sind dann ähnlich wie bei der Lungen-Tbc. Bedingt durch den jeweiligen Organbefall können aber unterschiedliche Beschwerden hinzukommen. So sind beispielsweise ...

  • ... bei einer primären Darmtuberkulose, die durch Aufnahme der Tbc-Erreger über verseuchte Nahrungsmittel entstehen kann, Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung möglich.
  • ... bei einer primären Hauttuberkulose verschiedene Veränderungen auf der Haut (wie knötchenartige Verdickungen und Geschwüre) sowie entzündete Lymphknoten typisch.

Postprimäre Tuberkulose

Eine postprimäre Tuberkulose liegt vor, wenn Symptome einer Tbc nach einer abgelaufenen Primärtuberkulose auftreten. Dahinter stecken meist reaktivierte Erreger aus einem alten Infektionsherd, wobei viele Jahre bis zu deren Reaktivierung vergehen können. In seltenen Fällen kann eine Primär- aber auch rasch in eine Postprimärtuberkulose übergehen.

Eine solche frühe postprimäre Tuberkulose entsteht, wenn sich die Erreger direkt über die Blutbahn oder die Lymphabflusswege in der Lunge oder weiter im Körper ausbreiten und neue Erregerherde bilden, die nicht abheilen.

Dabei verflüssigen sich die Tbc-Herde und es entsteht das für die postprimäre Tuberkulose typische Symptom: eine flüssigkeitsgefüllte Höhle, die sogenannte Kaverne.

Frühformen der postprimären Tuberkulose treten überwiegend bei Menschen auf, deren Immunsystem geschwächt ist (z.B. durch eine HIV-Infektion, Diabetes mellitus , Leberzirrhose, Alkohol- und Drogenmissbrauch oder durch Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken). Babys und Kleinkinder haben ebenfalls ein höheres Risiko. In ihren Frühformen kann die postprimäre Tbc folgende Symptome auslösen:

  • Hiluslymphknoten-Tuberkulose: Hier haben sich die Bakterien über die Lymphbahnen in weitere Lymphknoten des Brustkorbs ausgebreitet. Die dann entstehenden Schwellungen drücken die Bronchien und Blutgefäße ab, sodass Teile der Lunge zu wenig Sauerstoff erhalten.
  • Pleuritis exsudativa (sog. nasse Rippenfellentzündung): Entzündet sich im Rahmen der Tbc-Infektion das Rippenfell (Pleura), kann die entstehende Flüssigkeitsansammlung in der Lunge Atembeschwerden hervorrufen.
  • Miliartuberkulose: Hier entstehen in mehreren Organen gleichzeitig viele kleine Tbc-Herde, nachdem sich die Bakterien im ganzen Körper ausgebreitet haben. Die Miliartuberkulose kann akute Symptome verursachen oder chronisch mit meist milderen Beschwerden verlaufen. Betroffene Organe sind unter anderem Leber und Milz; am häufigsten tritt die Miliartuberkulose jedoch in der Lunge auf.
  • Tuberkulöse Meningitis (Meningitis tuberculosa): Diese nicht-eitrige Hirnhautentzündung entsteht, wenn sich die Erreger auf dem Blutweg bis in die Hirnhaut ausbreiten und dort Tbc-Herde bilden.

Auch eine späte postprimäre Tuberkulose verursacht Symptome, die je nach Organbefall unterschiedlich sein können. Sie entsteht, wenn schlummernde Tbc-Herde wieder aktiv werden, nachdem sie längere Zeit – teils sogar Jahrzehnte – erfolgreich eingekapselt waren. In Deutschland verläuft sie am häufigsten als Lungentuberkulose. Daneben können unter anderem Nieren, Knochen, Nebennierenrinde, Augen und Gehirn betroffen sein.

Wenn die bei der postprimären Tuberkulose typische Kaverne durch das Einschmelzen des entzündeten Gewebes eine Verbindung zu einem Kanalsystem (wie Blut- oder Lymphgefäße, Bronchien oder Harnleiter) erhält, können sich die Erreger erneut im Körper verbreiten oder mit Auswurf oder Urin nach außen gelangen: Dann entsteht eine ansteckende beziehungsweise offene Tbc. Mögliche Symptome hierfür sind Lungenblutungen mit blutigem Husten, die bei Befall der Lunge auftreten können, wenn beim Einschmelzen Blutgefäße verletzt werden.


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