Tuberkulose: Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (20. November 2015)

Bei Tuberkulose (Tbc) ist die Diagnose allein anhand der Beschwerden schwierig, weil die Symptome wenig kennzeichnend sind und teils (v.a. bei Kindern) sogar fehlen können. Aus diesem Grund sind Fehldiagnosen relativ häufig.

Erste Hinweise auf eine Tuberkulose liefern die Krankheitsgeschichte und die momentanen Beschwerden (v.a. längerer Husten), Tbc-Fälle in der Familie oder der näheren Umgebung, ein abwehrgeschwächter Körper sowie Röntgenaufnahmen.

Um Tuberkulose sicher zu diagnostizieren, kommt man aber um einen Nachweis der Erreger im Labor nicht herum. Hierzu können – je nachdem, wo der Tbc-Herd vermutlich liegt – zum Beispiel folgende Proben geeignet sein:

Mithilfe spezieller Färbungen (Ziehl-Neelsen, Fluoreszenz-Färbung) kann der Arzt das Material erst unter dem Mikroskop auf Krankheitserreger untersuchen und gleichzeitig die gefundenen Bakterien anzüchten lassen. Diese sogenannte Bakterienkultur ist nötig, weil mikroskopisch nicht zu erkennen ist, ob die Bakterien in den Proben tatsächlich Tuberkulose-Erreger oder harmloser Art sind. Zudem lässt sich hier testen, welche Medikamente gegen die Tbc-Erreger wirksam sind.

Um den Erreger nachzuweisen, obwohl noch keine Tuberkulose ausgebrochen ist, bietet sich der sogenannte Tuberkulin-Test an (auch Mendel-Mantoux-Test genannt): Hierbei bekommt man einen Bestandteil des abgetöteten Tbc-Erregers, das Tuberkulin, in kleinsten Mengen in die Haut gespritzt. Zeigt sich nach 72 Stunden eine Schwellung mit Rötung von über fünf Millimetern Durchmesser, ist der Test positiv – das heißt, der Körper hatte schon einmal Kontakt mit dem Erreger.

Jedoch lässt sich eine Tuberkulose mit dem Tuberkulin-Test weder sicher diagnostizieren noch ausschließen:

  • So kann ein positives Testergebnis nicht nur auf eine Infektion, sondern auch auf eine durchgeführte Tbc-Impfung hinweisen
  • Und vereinzelt kann ein negatives Testergebnis auch trotz bestehender Tbc auftreten, weil die Hautreaktion zu bestimmten Zeitpunkten oder unter bestimmten Umständen (z.B. bei einer HIV-Infektion) ausbleiben kann.

Doch seit 2005 steht mit dem sogenannten Interferon-Gamma-Release-Assay (IGRA) ein zuverlässigeres Testverfahren zur Verfügung. Hierbei sucht das medizinische Personal im Labor in einer Blutprobe nach Interferon-Gamma: Diesen Stoff setzen bestimmte Abwehrzellen verstärkt frei, wenn sich der Körper zum ersten Mal mit Tuberkulose infiziert. Ein positives Testergebnis kann also auf eine Infektion hinweisen. Dieser Test könnte in Zukunft den Tuberkulin-Test ablösen. Bei Menschen, die Kontakt mit Tbc-Erkrankten hatten, kommt der Interferon-Gamma-Test heute routinemäßig zum Einsatz.

Steht die Diagnose fest, gilt es, die Ausbreitung der Tuberkulose zu verhindern: Hierzu ist es wichtig, sowohl die Infektionsquelle als auch jeden, der sich ebenfalls angesteckt haben könnte, möglichst rasch zu identifizieren. Dabei kann eine Umgebungsuntersuchung helfen, in deren Rahmen die Kontaktpersonen eines Erkrankten auf Tbc untersucht und gegebenenfalls behandelt werden. Im Jahr 2009 kam fast die Hälfte aller Tbc-Fälle bei Kindern mithilfe einer solchen Umgebungsuntersuchung ans Licht.


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