Trockene Augen (Sicca-Syndrom): Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (29. Dezember 2014)

Der Begriff trockene Augen (auch Sicca-Syndrom oder Keratoconjunctivitis sicca genannt) bezeichnet eine nicht-infektiöse Erkrankung des Auges, die mit einer Benetzungsstörung der Horn- und Bindehaut einhergeht. Ein trockenes Auge entsteht durch zu wenig Tränenflüssigkeit oder einen verstärkt verdunstenden Tränenfilm.

Tränenflüssigkeit

Trockene Augen entstehen, wenn die Tränenflüssigkeit Bindehaut und Hornhaut der Augen nicht ausreichend benetzt. Für die Bildung und die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit sind verschiedene Drüsen zuständig. Sie befinden sich unter dem Oberlid, in der Augenhöhle, an den Lidrändern und in der Horn- und Bindehaut.

Der Lidschlag verteilt die Tränenflüssigkeit normalerweise gleichmäßig auf dem Auge, sodass sie einen lückenlosen Tränenfilm bildet, und bewegt sie in Richtung der ableitenden Tränenwege. An den inneren Lidkanten befindet sich oben und unten je eine kleine Öffnung (sog. Tränenpünktchen), die in die Tränenkanälchen führt. Diese münden über einen gemeinsamen Tränengang in die Nase.

Im Durchschnitt blinzelt man pro Minute 20 bis 30 Mal.

Der Tränenfilm auf dem Auge besteht aus mehreren Schichten. Von außen nach innen folgen:

  • eine fetthaltige Schicht (Lipidschicht), die von den Meibom- und Zeis-Drüsen des Auges gebildet wird.
  • eine wässrige Schicht, die von den Tränendrüsen gebildet wird.
  • eine Schleimschicht (Muzinschicht), die von Horn- und Bindehaut abgesondert wird.

Der Tränenfilm hat verschiedene Funktionen, er

  • hält die Augenoberfläche feucht,
  • erleichtert das Gleiten der Augenlider,
  • schützt das Auge vor Fremdkörpern,
  • schützt vor Augeninfektionen,
  • reinigt die Augenoberfläche und
  • dient der Ernährung der Hornhaut.

Um beschwerdefrei sehen zu können, ist eine ausreichende und gleichmäßige Befeuchtung der Augen wichtig. Wenn die Bildung der Tränenflüssigkeit gestört ist oder der Tränenfilm schneller verdunstet (z.B. durch trockene Heizungsluft oder selteneres Blinzeln bei langer Bildschirmarbeit), reißt der Tränenfilm auf und führt zur Reizung der Bindehaut. Dann entsteht das unangenehme Gefühl, das für trockene Augen typisch ist.

Häufigkeit

Trockene Augen treten mit so großer Häufigkeit auf, dass sie als Volkskrankheit gelten: Etwa ein Fünftel aller Menschen, die wegen Augenbeschwerden einen Augenarzt aufsuchen, haben ein Sicca-Syndrom.

Mit steigendem Lebensalter treten trockene Augen immer häufiger auf, da die Tränenfilmproduktion mit zunehmendem Alter abnimmt. Zudem sind Frauen öfter vom Sicca-Syndrom betroffen als Männer, weil weibliche Geschlechtshormone das Risiko für trockene Augen erhöhen.


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