Sie befinden sich hier:

Startseite > Krankheiten > Trigeminusneuralgie > Therapie

Trigeminusneuralgie

Forum

Chronische Schmerzen

Porträt Dr. med. Christoph Wachter Forenexperte: Dr. med. Christoph Wachter Forum Chronische Schmerzen
Foren-Login

Sie sind noch nicht registriert? Kostenlos registrieren

Chirurgische Therapie

(Stand: 28. Februar 2009)

Die nahe liegende und früher häufig praktizierte Maßnahme, den erkrankten Nerven bei der Trigeminusneuralgie einfach zu durchtrennen (Exhärese, Rhizotomie), wird heutzutage nicht mehr durchgeführt, da neben der einseitigen Gesichtslähmung oft noch stärkere und vor allem nicht mehr zu beeinflussende Schmerzen die Folge sein können.

Mikrovaskuläre Dekompression

Bei der mikrovaskulären Dekompression wird beim unter Vollnarkose über eine kleine Eröffnung des Schädels (Trepanation) hinter dem Ohr die Wurzel des Trigeminusnervs freigelegt und ein kleines Kunststoffpolster zwischen die Nervenwurzel und die Blutgefäße, die den Trigeminusnerv reizen, gelegt. Die Operation hat den Vorteil, dass der Nerv geschützt und nicht – wie bei einer perkutanen Operation (durch die unverletzte Haut hindurch) – teilweise geschädigt wird, um seine Erregbarkeit zu mindern. 98 Prozent der Trigeminusneuralgie-Erkrankten sind durch die mikrovaskuläre Dekompression sofort oder kurz nach dem Eingriff beschwerdefrei.

Die mikrovaskuläre Dekompression wird vorwiegend bei jungen Menschen mit Trigeminusneuralgie durchgeführt. In bis zu drei Prozent der Fälle kann es zu einseitigem Hörverlust sowie Blutungen und einer Schwellung des Kleinhirns kommen.

Ganglion-Gasseri-Techniken

Ganglion-Gasseri-Techniken bieten sich an, wenn eine Vollnarkose nicht infrage kommt. Unter örtlicher Betäubung wird eine Sonde über die Wange bis zum Ganglion Gasseri eingeführt. Durch Hitze (Thermokoagulation) oder Glyzerol (Alkoholinjektion) werden Nervenfasern zerstört, welche für die Schmerzleitung verantwortlich sind. Die Erfolgsraten liegen bei der Thermokoagulation bei 95 Prozent, bei einem Prozent der Fälle führt der Eingriff jedoch zu einem Dauerschmerz (Anästhesia dolorosa). In einigen Fällen muss der Eingriff nach gewisser Zeit wiederholt werden.

Die Erfolgsrate eines perkutanen (durch die unverletzte Haut hindurch) Eingriffs bei einer Trigeminusneuralgie ist sehr hoch, die Betroffenen sind auch Jahre später noch beschwerdefrei. Jedoch besteht bei einem solchen Eingriff das Risiko einer teilweisen Lähmung der betroffenen Gesichtshälfte. Ein perkutaner Eingriff erfolgt meist bei älteren Menschen, da er weniger belastend ist als eine mikrovaskuläre Dekompression.

Radiochirurgische Therapie

In einer einmaligen Sitzung kann der Trigeminusnerv nahe dem Hirnstamm mit einem kleinen Strahlenfeld bestrahlt werden. Dies geschieht über ein so genanntes Gamma-Knife (Linearbeschleuniger), welches gewöhnlich gegen Hirntumoren eingesetzt wird. Nebenwirkungen wie die bei perkutanen Eingriffen werden bei dieser Methode nicht beobachtet. Schmerzfreiheit kann bereits 24 Stunden nach dem Eingriff auftreten, in einigen Fällen dauert es bis dahin jedoch bis zu vier Monate.

Weiterlesen: Trigeminusneuralgie: Verlauf

Autor: Onmeda Redaktion

Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Das könnte Sie auch interessieren

Krankheitsgebiete

Krankheitsgebiete

Von A wie Allergien bis Z wie Zahnerkrankungen – hier finden Sie alle Krankheiten nach Krankheitsgebieten sortiert. mehr ...

Weitere Themen:

Am häufigsten gelesen

Sudoku

Sudoku

Sudoku spielen fördert das logische Denken und die Konzentrationsfähigkeit und hilft Ihnen, Ihr Gedächtnis spielerisch zu trainieren. mehr ...

Weitere Themen:

Disclaimer:

© 2010 goFeminin.de GmbH – Das Informationsangebot rund um die persönliche Gesundheit auf www.onmeda.de dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die auf Onmeda zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden. Bitte beachten Sie auch den Haftungsausschluss sowie unsere Hinweise zu den Bildrechten.