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Tollwut (Rabies, Lyssa)

Stand: 24. März 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Die Tollwut (Rabies, Lyssa) ist eine lebensbedrohliche, durch Viren ausgelöste Infektionskrankheit. Die Tollwut-Übertragung erfolgt in der Regel durch den Biss eines erkrankten Tiers. In Deutschland ist das Tollwut-Risiko aber weitgehend gebannt:

Früher fanden sich die Tollwut-Erreger in Deutschland vor allem bei wild lebenden Fleischfressern (Füchse, Dachse, Marder), die dann Rehe und Haustiere (Rinder, Schafe, Ziegen, Pferde sowie Hunde und Katzen) infizieren konnten. Die meisten Tiere steckten sich beim Fuchs an; die Ansteckung des Menschen mit Tollwut erfolgte überwiegend durch Bisse von Hund oder Katze. Nagetiere wie Eichhörnchen, Ratten und Mäuse spielen bei der Verbreitung von Rabies keine Rolle.

Inzwischen ist es dank konsequenter Bekämpfungsmaßnahmen, vor allem durch Immunisierung der Füchse (mit sog. Impfködern), in Deutschland und in einigen anderen europäischen Ländern gelungen, die Tollwut bei Wild- und Haustieren weitgehend zu beseitigen. Hierzulande ist die Krankheit nur noch durch Fledermäuse übertragbar.

Daher ist das Tollwut-Risiko für Menschen in Deutschland derzeit gering – jährlich kommt es hierzulande zu ein bis drei gemeldeten (eingeschleppten) Fällen von Tollwut beim Menschen. Ein Ansteckungsrisiko besteht vor allem bei Reisen in Tollwut-Länder oder bei Kontakt mit infizierten Tieren aus diesen Gebieten. Allerdings ist jederzeit eine erneute Einschleppung der Rabies nach Deutschland möglich (z.B. durch illegale Einfuhr von ungeimpften Haustieren aus Tollwut-Gebieten (wie z.B. Weißrussland, Bosnien, Kroatien oder die Türkei), wenn auch unwahrscheinlich.

Wie viel Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Tollwut (Inkubationszeit) vergeht, ist unterschiedlich; durchschnittlich dauert es bei einer Tollwut-Infektion drei bis acht Wochen, bis sich die ersten Krankheitszeichen zeigen. Die typischen Tollwut-Symptome sind starke Schmerzen an der Bissstelle, Wasserscheu, Schluckstörungen, Speichelfluss, Angst und Gemütsschwankungen. Infolge zunehmender Lähmungen endet jede Erkrankung nach dem Auftreten der ersten Anzeichen einer Infektion tödlich – eine heilende Tollwut-Behandlung steht nicht zur Verfügung. Durch sofort nach einem Biss eingeleitete Maßnahmen wie die aktive und passive Immunisierung gelingt es jedoch meistens, den Ausbruch der Tollwut zu verhindern. Für beruflich gefährdete Menschen (wie Personen mit engen Kontakt zu Fledermäusen oder Laborpersonal, das mit Tollwut-Viren in Kontakt kommen kann) in Deutschland und vor Reisen in Tollwut-Länder ist eine vorbeugende Tollwutimpfung zu empfehlen.

Weiterlesen: Tollwut (Rabies, Lyssa): Definition

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