Sie befinden sich hier:

Startseite > Krankheiten > Tollwut (Rabies, Lyssa)

Tollwut (Rabies, Lyssa)

Stand: 17. August 2010Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Die Tollwut (Rabies, Lyssa) ist eine lebensbedrohliche, durch Viren ausgelöste Infektionskrankheit. Ihre Übertragung erfolgt in der Regel durch den Biss eines erkrankten Tiers.

In Deutschland fanden sich die Erreger der Tollwut früher vor allem bei wild lebenden Fleischfressern (Füchse, Dachse, Marder), die dann Rehe und Haustiere (Rinder, Schafe, Ziegen, Pferde sowie Hunde und Katzen) infizieren konnten. Die meisten Tiere steckten sich beim Fuchs an; die Ansteckung des Menschen erfolgte überwiegend durch Bisse von Hund oder Katze. Nagetiere wie Eichhörnchen, Ratten und Mäuse spielen bei der Verbreitung von Rabies keine Rolle.

Dank konsequenter Bekämpfungsmaßnahmen, vor allem durch Immunisierung der Füchse (mit sog. Impfködern), ist es in Deutschland und in einigen anderen europäischen Ländern gelungen, die Tollwut bei Wild- und Haustieren weitgehend zu beseitigen. Hierzulande ist die Krankheit nur noch durch Fledermäuse übertragbar.

Daher ist das Rabies-Ansteckungsrisiko für in Deutschland lebende Menschen derzeit gering – es besteht vor allem bei Reisen in Tollwut-Länder oder bei Kontakt mit infizierten Tieren aus diesen Gebieten. Allerdings ist jederzeit eine erneute Einschleppung der Tollwut nach Deutschland möglich (z.B. durch illegale Einfuhr von ungeimpften Haustieren aus Tollwut-Gebieten (wie z.B. Weißrussland, Bosnien, Kroatien oder die Türkei), wenn auch unwahrscheinlich.

In Deutschland gibt es ein bis drei gemeldete (eingeschleppte) Fälle von Tollwut beim Menschen jährlich. Die typischen Anzeichen für eine Tollwut-Infektion sind starke Schmerzen an der Bissstelle, Wasserscheu, Schluckstörungen, Speichelfluss, Angst und Gemütsschwankungen. Infolge zunehmender Lähmungen endet jede Erkrankung nach dem Auftreten der ersten Symptome tödlich. Durch sofort nach einem Biss eingeleitete Maßnahmen wie die passive Immunisierung lässt sich der Ausbruch der Tollwut jedoch meistens verhindern. Für beruflich gefährdete Menschen (wie Personen mit engen Kontakt zu Fledermäusen oder Laborpersonal, das mit Tollwut-Viren in Kontakt kommen kann) in Deutschland und vor Reisen in Tollwut-Länder ist eine vorbeugende Tollwutimpfung zu empfehlen.

Weiterlesen: Tollwut (Rabies, Lyssa): Definition

Das könnte Sie auch interessieren

Krankheitsgebiete

Krankheitsgebiete

Von A wie Allergien bis Z wie Zahnerkrankungen – hier finden Sie alle Krankheiten nach Krankheitsgebieten sortiert. mehr ...

Weitere Themen:

Am häufigsten gelesen

Sudoku

Sudoku

Sudoku spielen fördert das logische Denken und die Konzentrationsfähigkeit und hilft Ihnen, Ihr Gedächtnis spielerisch zu trainieren. mehr ...

Weitere Themen:

Disclaimer:

© 2012 gofeminin.de GmbH – Das Informationsangebot rund um die persönliche Gesundheit auf www.onmeda.de dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die auf Onmeda zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden. Bitte beachten Sie auch den Haftungsausschluss sowie unsere Hinweise zu den Bildrechten.