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Tollwut (Rabies, Lyssa)

Tollwut (Rabies, Lyssa): Vorbeugen

Stand: 24. März 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Einer Infektion mit Tollwut (Rabies, Lyssa) können Sie grundsätzlich vorbeugen, indem Sie jeglichen Kontakt mit möglichen Überträgern der Erregers vermeiden. Wild lebende Tiere, die tollwütig sind, verlieren nicht selten zu Beginn der Erkrankung ihre Scheu vor den Menschen. Zeigen ansonsten scheue Tiere ein derartiges Verhalten, ist also besonders auf Distanz zu achten. Um sich vor einer Übertragung des Tollwutvirus zu schützen, sollten Sie beispielsweise Fledermäuse nur mit Lederhandschuhen anfassen.

Außerdem kann eine Tollwutimpfung der Infektion mit Tollwut vorbeugen. In Deutschland gilt das Risiko für eine Infektion an klassischer Rabies durch ein Wild- oder Haustier derzeit als sehr gering. Eine Impfung ist daher nur unter folgenden Umständen sinnvoll:

  • Bei erhöhtem beruflichen Risiko: Es ist ratsam, sich gegen Tollwut impfen zu lassen, wenn Sie
    • durch Ihren Beruf Umgang mit Tieren haben (wenn Sie z.B. Tierarzt, Tierpfleger, Förster oder Jäger sind) und die Wildtier-Tollwut in Ihrer Region erneut auftritt,
    • aus beruflichen oder sonstigen Gründen engen Kontakt zu Fledermäusen haben,
    • in einem Labor mit Tollwutviren arbeiten.
  • Vor einer Reise in Regionen mit hoher Tollwutgefährdung: Eine Reiseimpfung gegen Tollwut ist empfehlenswert, wenn während der Reise das Risiko, mit dem Tollwut-Erreger in Kontakt zu kommen, erhöht ist (z.B. durch streunende Hunde bei Trekkingtouren).

Den Tollwut-Impfstoff erhalten Sie in mehreren Injektionen innerhalb weniger Wochen. Die erste Auffrischimpfung ist ein Jahr später ratsam, dann alle zwei bis fünf Jahre. Der Schutz vor Tollwut hält bis zu fünf Jahre an.

Zur allgemeinen Vorbeugung von Tollwut gehört es auch, die Verbreitung der Krankheit bei Wild- und Haustieren zu bekämpfen: Dank konsequenter Maßnahmen wie der Immunisierung der Füchse (mit sog. Impfködern) ist dies in Deutschland weitgehend gelungen. Das Risiko, die Wildtier-Rabies wieder nach Deutschland einzuschleppen, besteht zwar, ist aber als sehr gering zu bewerten. Ein schwerer einzuschätzendes Risiko ist jedoch die gesetzwidrige Einfuhr von Haustieren aus Tollwutgebieten (wie z.B. Weißrussland, Länder der Balkanregion oder die Türkei): In den letzten 15 Jahren gab es einige Fälle, in denen Reisende mit Rabies infizierte Hunde nach Deutschland brachten. Wer ein nicht ausreichend gegen Tollwut geimpftes Tier (z.B. Hund oder Katze) aus nicht tollwutfreien Ländern einführt, kann sein eigenes Leben und das aller Kontaktpersonen in Gefahr bringen und darüber hinaus die jahrelangen und kostenintensiven Bemühungen, Deutschland frei von Tollwut zu bekommen, zunichte machen.

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