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Tollwut (Rabies, Lyssa)

Tollwut (Rabies, Lyssa): Diagnose

Stand: 24. März 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Vor dem Ausbruch der Tollwut (Rabies, Lyssa) ist eine sichere Diagnose schwierig: Grundsätzlich kann man zwar versuchen, das verantwortliche Virus direkt mikroskopisch nachzuweisen – dazu eignen sich Proben von Speichel oder Hirnflüssigkeit sowie Haarfollikel. Dieser Nachweis gelingt aber trotz erfolgter Ansteckung nicht immer. Daher ist es bei Verdacht auf Tollwut außerdem ratsam, zusätzlich die möglichen Überträgertiere unter amtstierärztlicher Aufsicht zu beobachten und zu untersuchen. Häufig sind Antigene im Speichel des noch lebenden Tiers nachweisbar. Sicher kann man die Tollwut aber nur am toten Tier diagnostizieren. Auch eine eindeutige Tollwut-Diagnose beim Menschen ist erst nach dessen Tod durch Proben aus dem Hirngewebe möglich.

Um die Tollwut-Behandlung einzuleiten, ist eine zweifelsfreie Diagnose jedoch ohne Bedeutung: Schon beim geringsten Verdacht auf eine mögliche Infektion mit dem Tollwutvirus ist eine sofortige Behandlung wichtig – ohne bis zur Klärung des Infektionsverdachts abzuwarten. Wenn also ein tollwutverdächtiges oder tollwütiges Wild- oder Haustier oder eine Fledermaus Bissverletzungen oder Kratzwunden zugefügt hat oder deren Speichel mit oberflächlichen Kratzern, Hautabschürfungen oder Wunden in Kontakt gekommen ist, sind die aktive und passive Immunisierung gegen Tollwut angezeigt. Stellt sich im Nachhinein heraus, dass der Rabies-Verdacht falsch war, kann man die Behandlung abbrechen.

Weiterlesen: Tollwut (Rabies, Lyssa): Therapie

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