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Tinnitus (Ohrgeräusche)ForumHNO
Forenexperte: Prof. Dr. Markus Suckfüll
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Tinnitus (Ohrgeräusche)Subakuter und chronischer TinnitusStand: 12. November 2010Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz Auch bei subakutem und chronischem Tinnitus werden Infusionen mit Zuckerlösungen beziehungsweise eine Kombination aus Kochsalzlösung und entzündungshemmenden Wirkstoffen (Glukokortikoiden) verabreicht. Daneben spielt die Psychotherapie bei der Behandlung von Tinnitus eine große Rolle. Mithilfe von Entspannungstechniken sollen die Betroffenen lernen, einerseits Stresssituationen besser zu beherrschen und andererseits den Tinnitus zu überhören. Letzteres geschieht, indem man sich auf andere Geräusche konzentriert. Beim Versuch, einen Tinnitus zu kontrollieren, fixieren sich Betroffene oft stark auf die Ohrgeräusche, die sich dadurch noch mehr in den Vordergrund drängen. Entspannungstechniken wie autogenem Training, Yoga oder progressive Muskelentspannung können dabei helfen, Anspannung und Konzentration auf die Ohrgeräusche allmählich abzubauen. Eine direkte Wirkung auf den Tinnitus haben sie jedoch nicht. Eine weitere Behandlungsmöglichkeit des subakuten und chronischen Tinnitus ist die sogenannte Tinnitus-Retraining-Therapie nach Prof. Jastreboff, die zum Einsatz kommt, wenn andere Behandlungsmethoden keinen Erfolg zeigen. Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT)Die Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT) kann bei chronischem Tinnitus zum Einsatz kommen. Grundlage der Methode ist die Erkenntnis, dass es möglich ist, den Tinnitus aus dem Bewusstsein zu verdrängen und Betroffene so entlasten. Eine Heilung im eigentlichen Sinne ist mithilfe der TRT jedoch nicht möglich. Ein subjektiv empfundener Tinnitus kann unterschiedlich laut sein. Wie laut die zunächst harmlosen Ohrgeräusche wahrgenommen werden, kann die Folge eines ungünstigen Lernprozesses sein. Weil man dem Geräusch immer mehr Aufmerksamkeit schenkt, nimmt man es immer stärker wahr und empfindet es zunehmend als unangenehm. Das Geräusch verselbstständigt sich. So löst der Tinnitus schließlich körperliche Stressreaktionen aus, welche wiederum den Tinnitus verstärken können – ein Teufelskreis. So, wie es möglich ist, durch negative Lernprozesse eine Tinnitus-Wahrnehmung zu verstärken, ist es jedoch auch möglich, zu lernen, sich an die Ohrgeräusche zu gewöhnen, sodass man sie kaum noch wahrnimmt beziehungsweise sie nicht mehr als störend empfindet. Auf diese Weise kann eine Tinnitus-Retraining-Therapie den Teufelskreis unterbrechen. Normalerweise filtert das Gehirn Hintergrundgeräusche aus unserer Wahrnehmung raus. Beim Tinnitus scheint dies jedoch nicht richtig zu funktionieren. Mithilfe einer TRT kann eine normale Geräuschverarbeitung wieder hergestellt und die akustische Wahrnehmung im Gehirn wieder umtrainiert (retrainiert) werden. Bei der Tinnitus-Retraining-Therapie arbeiten in der Regel ein HNO-Arzt, ein Psychologe und ein Hörgeräteakustiker mit dem Betroffenen zusammen. Die TRT besteht zunächst aus:
Zusätzlich werden in den meisten Fällen sogenannte Rauschgeräte angepasst. Rauschgeräte sind Tongeber, die die Betroffenen wie kleine Hörgeräte hinter oder im Ohr tragen. Sie produzieren ständig ein leises, breitbandiges Rauschen, das den Tinnitus absichtlich nicht verdeckt, aber vom Tinnitus ablenkt und dem Gehirn so eine Gewöhnung an die Ohrgeräusche ermöglicht. Denn insbesondere bei Stille, wie etwa abends beim Einschlafen, nehmen Betroffene den Tinnitus stärker und dadurch auch als störend wahr. Die Rauschgeräte lassen sich bei einer vorliegenden Hörminderung auch mit einem Hörgerät kombinieren. Die Tongeber kann man selbstständig einstellen, sie sollten jedoch nicht lauter als die Ohrgeräusche sein, da der Tinnitus so nicht effektiv abtrainiert werden kann. Durch die Kombination von Beratungen, Stressminderung und Rauschgeräten lernt das Gehirn wieder, auf akustische Reize normal zu reagieren, sodass der Tinnitus seine negative Bedeutung verliert. Die Tinnitus-Retraining-Therapie kann ambulant durchgeführt werden und dauert zwischen ein und zwei Jahren. Weitere TherapiemöglichkeitenBei einem chronischen Tinnitus können je nach Ursache weitere Therapiemöglichkeiten in Erwägung gezogen werden:
Ginkgo bilobaGinkgo-biloba-Präparate sollen unter anderem die Durchblutung fördern. Aus diesem Grund kommt Ginkgo immer wieder auch bei Tinnitus zum Einsatz. Ob er tatsächlich wirkt, ist jedoch fraglich, denn Studienergebnisse zur Wirkung von Ginkgo bei Tinnitus sind widersprüchlich. So kommen neuere große Studien und vergleichende Analysen anderer Studien (Metanalysen) beispielsweise zu dem Schluss, dass Ginkgo bei Tinnitus nur wenig besser als ein Scheinmedikament (Placebo) wirkt. Weiterlesen: Tinnitus (Ohrgeräusche): Verlauf Das könnte Sie auch interessieren
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