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Tic und Tourette-Syndrom

Stand: 23. März 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Ein Tic ist eine plötzliche schnelle Bewegung oder Lautäußerung, die ohne willentlichen Einfluss abläuft und keinen bestimmten Zweck verfolgt. Bei der als Tourette-Syndrom bezeichneten Ticstörung sind mehrere Tics der Bewegung mit mindestens einem Tic der Stimme kombiniert.

Ein Tic kann einzeln oder in Serie auftreten und ist höchstens kurzzeitig unterdrückbar. Häufige Beispiele für einfache Tics der Bewegung (motorische Tics) sind Augenzwinkern oder Grimassen. Einfache Tics der Stimme (vokale Tics) sind auffälliges Räuspern oder Hüsteln.

Ein vorübergehender einfacher Tic ist bei Kindern und Jugendlichen sehr häufig, wobei Mädchen seltener betroffen sind als Jungen. Diese Ticstörungen bei Kindern sind harmlos und verschwinden bald von selbst. Selten entwickelt ein Kind mehrere, über einen längeren Zeitraum bestehende (chronische) Tics oder ein Tourette-Syndrom.

Ein Tic oder eine Ticstörung wie das Tourette-Syndrom hat in der Regel angeborene, körperliche Ursachen (primäre Tics). In Einzelfällen kann ein Tic zum Beispiel nach einer Gehirnentzündung, einem Trauma, durch eine Kohlenmonoxid-Vergiftung, Tumoren und bestimmte neurologische Erkrankungen entstehen (sekundäre Tics). Für sekundäre Tics gelten auch Medikamente (bes. bei Kindern gegen Epilepsie) als mögliche Ursachen.

Ein schwerer Tic ist durch die bizarren Bewegungen oder Lautäußerungen im öffentlichen Leben sehr auffällig. Das Tourette-Syndrom tritt außerdem meist zusammen mit Verhaltensstörungen auf. Menschen mit einem schweren Tic oder dem Tourette-Syndrom neigen dazu, sich sozial zurückzuziehen, und haben Probleme in der Schule oder am Arbeitsplatz, was häufig weitere psychische Probleme nach sich zieht. In diesen Fällen ist eine auf die Symptome abzielende medikamentöse Therapie ratsam. Gegen Tics wirken vor allem Neuroleptika. Eine intensive Verhaltenstherapie kann möglicherweise auch eine Hilfe bei Tics beziehungsweise Tourette-Syndrom bieten. Vollständig heilbar ist ein Tic hierdurch jedoch nicht.

Weiterlesen: Tic und Tourette-Syndrom: Definition

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