Startseite > Krankheiten > Tic und Tourette-Syndrom > Verlauf
Stand: 23. März 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Aus einem Tic oder – wie beim Tourette-Syndrom – aus mehreren Tics bestehende Störungen zeigen einen völlig uneinheitlichen Verlauf. In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle ist die Prognose bei Ticstörungen günstig: Die meisten Tics verschwinden auch ohne medikamentöse Behandlung innerhalb eines Jahres vollständig.
Typischerweise beginnen Tics bei Kindern ab dem sechsten Lebensjahr. Nur selten tritt ein Tic erstmals nach der Pubertät auf. Ein vorübergehender Tic tritt häufig über einige Wochen und Monate hinweg auf und bildet sich bald wieder zurück. Zeigen sich bei einem Kind innerhalb weniger Wochen mehrere Tics, besteht ein erhöhtes Risiko, dass die Ticstörung einen dauerhaften Verlauf nimmt und sich verschlimmert. Dauert ein Tic länger als ein Jahr an, liegt ein chronischer Tic oder – wenn motorische und verbale Tics gleichzeitig vorliegen – ein Tourette-Syndrom vor.
Das Tourette-Syndrom mit mehreren motorischen Tics und mindestens einem vokalen Tic ist oft wechselhaft ausgeprägt und zeigt völlig unterschiedliche Verläufe. Meist liegen gleichzeitig weitere Verhaltensstörungen vor. Auffällig häufig ist das Tourette-Syndrom mit zwei psychischen Erkrankungen verknüpft: Bei mehr als 30 Prozent der Fälle besteht zusätzlich ein hyperkinetisches Syndrom (ADHS, Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) oder eine Zwangsstörung. Im späten Jugendalter können sich die Symptome des Tourette-Syndroms verbessern.
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