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Stand: 23. März 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Einem Tic oder einer Störung mit mehreren Tics wie dem Tourette-Syndrom liegen in der Regel angeborene, körperliche Ursachen zugrunde (primäre Tics). Welche das sind, ist bisher nicht vollständig geklärt. Man geht davon aus, dass bei den Betroffenen die Regulierung des Gehirnstoffwechsels (Neurotransmitter-Systeme) gestört ist. So liegen bei Menschen mit der als Tourette-Syndrom bezeichneten schweren Ticstörung häufig veränderte Gehirnströme vor; außerdem kann die Größe einzelner Gehirnbestandteile in unterschiedlichem Ausmaß verändert sein.
Bei den möglichen Ursachen für einen primären Tic spielt eine erbliche Komponente eine Rolle: Bei Verwandten ersten Grads eines vom Tourette-Syndrom Betroffenen tritt zu 10 Prozent ein anderer chronischer Tic und zu 5 Prozent ebenfalls ein Tourette-Syndrom auf. Bei Menschen mit einem Tic findet sich in 25 bis 50 Prozent aller Fälle ebenfalls ein Verwandter mit einem Tic. Insgesamt scheinen Faktoren der Umwelt und der Vererbung an der Entstehung von Tics beteiligt zu sein.
Nur sehr selten entwickelt sich ein Tic als Symptom anderer Störungen wie zum Beispiel nach einer Gehirnentzündung oder einem Trauma (sekundäre Tics bei Kindern oder Erwachsenen). Auch Kohlenmonoxid-Vergiftungen, Tumoren oder bestimmte neurologische Erkrankungen können in Einzelfällen einen Tic verursachen. Besonders da die medikamentöse Behandlung von Epilepsien Tics bei Kindern auslösen kann, sind auch Medikamente als Ursachen von Tics in Betracht zu ziehen.
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