Startseite > Krankheiten > Tic und Tourette-Syndrom > Definition
Stand: 23. März 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Ein Tic ist eine plötzlich auftretende, schnelle Bewegung (= Hyperkinese) oder Lautäußerung. Tics laufen unwillkürlich und ziellos ab. Per Definition besteht eine vorübergehende Ticstörung weniger als zwölf Monate; chronische Ticstörungen dauern länger als ein Jahr an und äußern sich nur durch Tics der Bewegung (motorische Tics) oder nur durch Tics der Stimme (vokale Tics). Das Tourette-Sydrom ist eine chronische Ticstörung, bei der mehrere motorische Tics in Kombination mit mindestens einem vokalen Tic auftreten – aber nicht unbedingt gleichzeitig.
Ein Tic ist meistens eine angeborene (primäre) Störung. Manchmal entstehen eigentümliche Gewohnheiten, Zwangshandlungen und sogenannte Stereotypien jedoch auch (sekundär) im Rahmen anderer Erkrankungen oder durch Medikamente.
Ein Tic tritt mit recht großer Häufigkeit auf: Etwa jedes achte bis zehnte Kind im Grundschulalter ist von einem Tic betroffen, wobei es sich oft um einen vorübergehenden und einfachen, schwach ausgeprägten motorischen Tic handelt. Mehrere chronische Tics finden sich bei schätzungsweise fünf Prozent aller Menschen. Die häufigste Ticstörung im Erwachsenenalter ist das Tourette-Syndrom. Es beginnt bereits bei Kindern oder im frühen Erwachsenenalter. Jungen beziehungsweise Männer sind hiervon drei- bis viermal häufiger betroffen als Mädchen beziehungsweise Frauen.
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