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Tic und Tourette-Syndrom

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (30. April 2014)

Ein Tic ist eine plötzliche, schnelle Bewegung (motorischer Tic) oder Lautäußerung (vokaler Tic), die ohne willentlichen Einfluss abläuft und keinen bestimmten Zweck verfolgt. Bei der als Tourette-Syndrom bezeichneten Ticstörung sind mehrere motorische Tics mit mindestens einem vokalen Tic kombiniert.

Ticstörungen können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein: Ein Tic kann je nach Umfang einfach oder komplex sein und einzeln oder in Serie auftreten, wobei die Betroffenen ihn höchstens kurzzeitig unterdrücken können. Häufige Beispiele für einfache Tics der Bewegung sind Augenzwinkern oder Grimassen; einfache Tics der Stimme sind auffälliges Räuspern oder Hüsteln.

Zu den komplexen Tics gehören unter anderem das Sich-im-Kreis-Drehen, das Imitieren von Bewegungen oder Wiederholen von Gesagtem anderer sowie das vor allem vom Tourette-Syndrom bekannte Ausrufen obszöner Wörter.

Ein vorübergehender einfacher Tic ist bei Kindern und Jugendlichen sehr häufig, wobei Mädchen seltener betroffen sind als Jungen. Eine solche Ticstörung bei Kindern ist harmlos und verschwindet meist schnell von selbst. Selten entwickelt ein Kind mehrere, über einen längeren Zeitraum bestehende (chronische) Tics oder ein Tourette-Syndrom.

In der Regel hat ein Tic oder eine Ticstörung wie das Tourette-Syndrom angeborene, körperliche Ursachen. Nur in Einzelfällen entstehen Ticstörungen sekundär, das bedeutet, infolge anderer Erkrankungen – zum Beispiel

  • nach einer Gehirnentzündung,
  • nach einem Trauma,
  • durch eine Kohlenmonoxid-Vergiftung,
  • durch Tumoren oder
  • durch bestimmte neurologische Erkrankungen.

Auch bestimmte Medikamente (bes. bei Kindern gegen Epilepsie) können sekundäre Tics hervorrufen.

Ein schwerer Tic ist durch die bizarren Bewegungen oder Lautäußerungen im öffentlichen Leben sehr auffällig. Beim Tourette-Syndrom treten außerdem meist gleichzeitig Symptome von Verhaltensstörungen auf. Manchen Menschen mit einem schweren Tic oder dem Tourette-Syndrom ziehen sich daher sozial zurück und haben Probleme in der Schule oder am Arbeitsplatz, was weitere psychische Probleme nach sich ziehen kann. In diesen Fällen ist es ratsam, den Tic zu behandeln. Medikamente sind dazu meist nicht notwendig. Vielmehr erklärt der Therapeut, wie Tics entstehen und wie der Betroffene im Alltag damit umgehen kann.

In schweren Fällen kann es jedoch sinnvoll sein, die Symptome der Ticstörung durch eine gezielte Behandlung mit Medikamenten zu bekämpfen, zum Beispiel mit sogenannten Neuroleptika. Eine intensive Verhaltenstherapie kann in vielen Fällen ebenfalls eine Hilfe bei Tics beziehungsweise Tourette-Syndrom bieten. Vollständig heilen kann man einen Tic jedoch nicht.






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