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Tic und Tourette-Syndrom

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (16. April 2015)

Ein Tic ist eine plötzliche, schnelle Bewegung (motorischer Tic) oder Lautäußerung (vokaler Tic), die keinen bestimmten Zweck verfolgt. Einige Betroffene können ihren Tic für einen bestimmten Zeitraum hinausschieben – gänzlich unterdrücken lässt sich ein Tic allerdings nur selten.

Das Tourette-Syndrom bezeichnet eine Kombination von mehreren motorischen Tics und mindestens einem vokalen Tic, die aber nicht unbedingt gleichzeitig auftreten müssen.

Tics können ganz unterschiedlich ausgeprägt sein: Sie variieren von einfachen abrupten Bewegungen (z.B. Augenblinzeln) bis hin zu komplexen Verhaltensmustern (z.B. Sich-im-Kreis-Drehen).

Ein Tic kann je nach Umfang

  • einfach oder komplex sein
  • und einzeln oder in Serie

auftreten.

Häufige Beispiele für einfache Tics der Bewegung sind Augenzwinkern, Grimassen oder Kopfrucken; einfache Tics der Stimme sind auffälliges Räuspern oder Hüsteln.

Zu den komplexen Tics gehören unter anderem das Sich-im-Kreis-Drehen, das Imitieren von Bewegungen oder Wiederholen von Gesagtem anderer sowie das vor allem vom Tourette-Syndrom bekannte Ausrufen obszöner Wörter.

Ein vorübergehender einfacher Tic ist bei Kindern und Jugendlichen sehr häufig, wobei Jungen drei- bis viermal häufiger betroffen sind als Mädchen. Eine solche kurzzeitige Ticstörung bei Kindern ist harmlos und verschwindet meist schnell von selbst. Selten entwickelt ein Kind mehrere, über einen längeren Zeitraum bestehende (chronische) Tics oder ein Tourette-Syndrom.

In der Regel hat ein Tic oder eine Ticstörung wie das Tourette-Syndrom angeborene, körperliche Ursachen. Nur in Einzelfällen entstehen Ticstörungen sekundär, das bedeutet, infolge anderer Erkrankungen – zum Beispiel

Auch bestimmte Medikamente (bes. bei Kindern gegen Epilepsie) können sekundäre Tics hervorrufen.

Es gibt keine Behandlung, die einen Tic oder das Tourette-Syndrom heilt. Vielmehr erklärt der Therapeut, wie Tics entstehen und wie der Betroffene im Alltag damit umgehen kann.

In schweren Fällen kann es jedoch sinnvoll sein, die Tics durch eine gezielte Behandlung mit Medikamenten zu unterdrücken, zum Beispiel mit sogenannten Neuroleptika.

Eine intensive Verhaltenstherapie kann in vielen Fällen ebenfalls eine Hilfe bei Tics beziehungsweise Tourette-Syndrom bieten. Vollständig heilen kann man eine Ticstörung jedoch nicht.

 

Was ist das Tourette-Syndrom?

Das Tourette-Syndrom ist eine Kombination aus mehreren motorischen Tics sowie mindestens einem vokalen Tic.

Die Tics beim Tourette-Syndrom laufen oftmals schnell ab. Ein typischer motorischer Tic wäre zum Beispiel das stetig wiederholte Blinzeln oder Naserümpfen. Zu den einfachen vokalen Tics gehören etwa Grunzen, Fiepen oder Räuspern.

Viele verbinden mit dem Tourette-Syndrom auch unwillkürliches Fluchen oder das Aussprechen unanständiger, obszöner Wörter. Diese als Koprolalie bezeichnete vokale Ticstörung tritt aber nur etwa bei 10 bis 30 Prozent der Betroffenen mit Tourette-Syndrom auf.

Das Tourette-Syndrom ist durch die bizarren Bewegungen oder Lautäußerungen im öffentlichen Leben meist sehr auffällig. Manche Menschen mit dem Tourette-Syndrom ziehen sich daher sozial zurück und haben Probleme in der Schule oder am Arbeitsplatz, was weitere psychische Probleme nach sich ziehen kann.

Daher ist es ratsam, bei Verdacht auf ein Tourette-Syndrom möglichst frühzeitig einen Arzt aufzusuchen, um Folgeprobleme zu vermeiden.



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