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Tic und Tourette-Syndrom

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (30. September 2012)

Ein Tic ist eine plötzliche schnelle Bewegung (motorischer Tic) oder Lautäußerung (vokaler Tic), die ohne willentlichen Einfluss abläuft und keinen bestimmten Zweck verfolgt. Bei der als Tourette-Syndrom bezeichneten Ticstörung sind mehrere motorische Tics mit mindestens einem vokalen Tic kombiniert.

Ticstörungen können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein: Ein Tic kann je nach Umfang einfach oder komplex sein und einzeln oder in Serie auftreten, wobei die Betroffenen ihn höchstens kurzzeitig unterdrücken können. Häufige Beispiele für einfache Tics der Bewegung sind Augenzwinkern oder Grimassen; einfache Tics der Stimme sind auffälliges Räuspern oder Hüsteln. Zu den komplexen Tics gehören unter anderem das Sich-im-Kreis-Drehen, das Imitieren von Bewegungen oder Wiederholen von Gesagtem anderer sowie das vor allem vom Tourette-Syndrom bekannte Ausrufen obszöner Wörter.

Ein vorübergehender einfacher Tic ist bei Kindern und Jugendlichen sehr häufig, wobei Mädchen seltener betroffen sind als Jungen. Eine solche Ticstörung bei Kindern ist harmlos und verschwindet bald von selbst. Selten entwickelt ein Kind mehrere, über einen längeren Zeitraum bestehende (chronische) Tics oder ein Tourette-Syndrom.

In der Regel ist ein Tic oder eine Ticstörung wie das Tourette-Syndrom eine primäre Störung und hat angeborene, körperliche Ursachen. Nur in Einzelfällen entstehen Ticstörungen sekundär – zum Beispiel nach einer Gehirnentzündung, einem Trauma, durch eine Kohlenmonoxid-Vergiftung, Tumoren und bestimmte neurologische Erkrankungen. Für sekundäre Tics gelten auch Medikamente (bes. bei Kindern gegen Epilepsie) als mögliche Ursachen.

Ein schwerer Tic ist durch die bizarren Bewegungen oder Lautäußerungen im öffentlichen Leben sehr auffällig. Beim Tourette-Syndrom treten außerdem meist gleichzeitig Symptome von Verhaltensstörungen auf. Manchen Menschen mit einem schweren Tic oder dem Tourette-Syndrom ziehen sich daher sozial zurück und haben Probleme in der Schule oder am Arbeitsplatz, was weitere psychische Probleme nach sich ziehen kann. In diesen Fällen ist es ratsam, die Symptome der Ticstörung durch eine gezielte Behandlung mit Medikamenten zu bekämpfen: Gegen Tics wirken vor allem Neuroleptika. Eine intensive Verhaltenstherapie kann möglicherweise auch eine Hilfe bei Tics beziehungsweise Tourette-Syndrom bieten. Vollständig heilen kann man einen Tic hierdurch jedoch nicht.






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