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Tetanus (Wundstarrkrampf)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (27. Februar 2015)

Tetanus (Wundstarrkrampf) ist eine Infektionskrankheit, die sich durch Krämpfe und Lähmungserscheinungen auszeichnet. Sie entsteht, wenn bestimmte Bakterien über eine (meist verschmutzte) Wunde in den Körper eindringen.

Ursache für Tetanus ist eine Infektion mit der Bakterienart Clostridium tetani. Dieser Krankheitserreger ist äußerst widerstandsfähig und kommt praktisch überall in der Umwelt vor. Die Bakterien können daher zum Beispiel über Straßenstaub oder Erde in Wunden gelangen. Im Rahmen der Wundinfektion setzen die Bakterien einen Giftstoff frei (das sog. Tetanustoxin), der schließlich den eigentlichen "Wundstarrkrampf" auslöst.

Tetanus äußert sich anfangs meist durch eher allgemeine Beschwerden, wie:

Schreitet der Tetanus fort, kommen weitere Symptome hinzu. Hierbei spielen Muskelkrämpfe die Hauptrolle. Dazu gehört:

  • eine starke Verkrampfung der Kiefermuskulatur ("Kieferklemme" oder Trismus genannt) und
  • der sogenannte Risus sardonicus, ein fixierter, grinsender Gesichtsausdruck (sog. "Teufelsgrinsen"), der durch die verkrampfte Gesichts- und Zungenmuskulatur entsteht.
  • Es folgt eine vom Kopf und Nacken ausgehende Muskelstarre der langen Rücken- und Bauchmuskeln.
  • Danach sind die Muskeln der Arme und Beine, der Rippen, des Kehlkopfs und schließlich die des Zwerchfells betroffen.

Diese schmerzhaften Krämpfe und Lähmungserscheinungen haben der Tetanus-Erkrankung ihren deutschen Namen "Wundstarrkrampf" verliehen. Die Krämpfe dauern ein bis zwei Minuten an. Sie können in Minutenabständen auftreten und werden dabei häufig durch geringste äußere mechanische, optische oder akustische Reize (z.B. Geräusche, Lichteinfall) ausgelöst.

Da die meisten Menschen in Deutschland eine Tetanus-Impfung erhalten haben, tritt diese Infektionskrankheit mittlerweile nur noch sehr selten auf. Wenn sich Menschen verletzen, bei denen kein ausreichender Impfschutz besteht, kann eine rechtzeitige, zeitnahe Impfung verhindern, dass der Tetanus ausbricht (sog. Postexpositionsprophylaxe, PEP). Sobald jedoch Wundstarrkrampf-Symptome auftreten, lassen sich diese nur noch lindern – ein Gegenmittel gegen das Tetanustoxin gibt es bislang nicht.

In etwa 10 bis 25 von 100 Fällen endet Tetanus selbst bei einer Intensivtherapie tödlich – insbesondere, wenn ältere Menschen betroffen sind.



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