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Forenexpertin: Dr. Frauke Höllering
Forum Sexualität
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Stand: 30. Juni 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
In der Hälfte aller Fälle tritt die Neurosyphilis (quartäre Syphilis) asymptomatisch, das heißt ohne erkennbare Symptome, auf. Im Hirnwasser (Liquor) finden sich aber krankhaft erhöhte Eiweißwerte und viele Zellen. Die symptomatische Neurosyphilis beginnt mit einer Entzündung der Hirnhäute: Es kommt dadurch zu Sehstörungen mit Doppelbildern. Wird die Erkrankung nicht behandelt, entwickelt sich aus dieser die Hirnhäute und Blutgefäße betreffenden (meningovaskulären) Syphilis nach Jahren die sogenannte parenchymatöse Form. Dabei geht das Hirngewebe zugrunde und es kommt zu Gedächtnisverlust, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Ausfällen der Gesichts-Muskulatur, Lähmung der Arme und/oder Beine, Halbseitenlähmung, Verminderung der geistigen Fähigkeiten (Demenz) und Wahrnehmungsstörungen. Gleichzeitig können manisch-depressive Zustände mit Halluzinationen auftreten. Der Verlauf ist in dieser Phase sehr rasch.
Nach 25 bis 30 Jahren entsteht als Endstadium die sogenannte Tabes dorsalis mit Zerstörung der Nervenscheiden, Nervenwurzeln und Nervenknoten (Ganglien). Dieses Stadium ist gekennzeichnet durch ein gestörtes Schmerz- und Temperaturempfinden. Außerdem sind Gangstörungen, fahrige Bewegungen, Verlust der Reflexe, Impotenz und eine Stuhl- und Harninkontinenz möglich. Eine typische Komplikation ist das Malum perforans pedis. Dabei handelt es sich um ein Geschwür, das an Druckstellen des Fußes entsteht. Da die Betroffenen durch die Nervenschäden oft kein Gefühl mehr in den Füßen haben, bleibt das Geschwür lange unbemerkt. Eine Besonderheit ist die sogenannte Argyll-Robertson-Pupille. Die Pupille ist klein und unregelmäßig, reagiert nicht auf Licht, aber auf den Reiz zum Scharfsehen (Akkomodation).
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