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Syphilis (Lues)

Syphilis (Lues): Definition

Stand: 30. Juni 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Die Syphilis (Lues) ist eine weltweit verbreitete Geschlechtskrankheit, die chronisch verläuft und schwere Spätschäden hervorrufen kann. Seit der Entdeckung des Penicillins hat die Syphilis aber erheblich an Bedrohlichkeit verloren.

Nach dem Infektionsschutzgesetz, das in Deutschland am 1. Januar 2001 in Kraft getreten ist, besteht eine nicht namentliche Meldepflicht bei einem direkten oder indirekten Nachweis des Erregers.

Historisches

Der Begriff Syphilis entstammt einer Art Lehrgedicht eines Arztes aus Verona in Italien aus dem Jahr 1530. In diesem Werk erkrankte ein Hirte namens Syphilis an der Erkrankung als Strafe für sein gotteslästerliches Leben. Der ebenfalls gebräuchliche Name Lues ist das lateinische Wort für "ansteckende Krankheit".

Die Syphilis kam nach der Entdeckung Amerikas durch Christoph Columbus im Jahr 1492 mit den Seefahrern nach Europa. In relativ kurzer Zeit breitete sie sich über ganz Europa unter dem Namen "Plattern" aus. 1495 kam es in Neapel zu einer ersten Epidemie unter Soldaten und Seefahrern mit zahlreichen Toten. Nur wenige Krankheiten haben das soziale, religiöse und sexuelle Verhalten der Menschen über Jahrhunderte so sehr geprägt wie die Syphilis, die bis zur Entdeckung des Penicillins kaum heilbar war.

Zwar gab es vorher schon Versuche, die Krankheit zu therapieren – diese endeten aber oft mit verheerenden Wirkungen für die Betroffenen. So wurde beispielsweise das extrem giftige Quecksilber als Medikament verwendet und die Erkrankten stundenlang den Quecksilberdämpfen ausgesetzt. Erste halbwegs erfolgreiche Therapien der Syphilis ergaben sich vor dem Penicillin durch die Gabe des Wirkstoffs Salvarsan, einer Arsenverbindung, welches 1910 entwickelt wurde. Aufgrund zahlreicher Nebenwirkungen wird es heutzutage nicht mehr eingesetzt.

Häufigkeit

Seit dem Jahr 2001 müssen Labore dem Robert Koch-Institut jede nachgewiesene Syphilis melden. Mit dieser Meldepflicht stieg die Zahl der gemeldeten Infektionen – vor allem bei Männern – zunächst an. 2004 stabilisierten sich die Gesamtzahlen und liegen seitdem in Deutschland bei circa 3.000 bis 3.500 Fällen pro Jahr. Im Jahr 2009 lag die Zahl der Syphilis-Fälle sogar darunter: 2.716 Fälle wurden gemeldet. Dabei handelte es sich nur in 164 Fällen um Frauen. Das sind lediglich 6 Prozent der gesamten Fälle – im Jahr 2001 waren es noch 16 Prozent. Frauen erkranken demnach immer seltener an Syphilis. Ein Großteil der Syphilis-Infektionen betrifft Männer und in über 80 Prozent der Fälle liegt der Infektion Geschlechtsverkehr zwischen Männern zugrunde. Männer stecken sich gehäuft in einem Alter von 30 bis 39 Jahren an, Frauen in etwas jüngerem Alter (25 bis 29 Jahre).

Weiterlesen: Syphilis (Lues): Ursachen

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