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Synästhesie

Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Die Synästhesie ist keine Erkrankung, sondern eine angeborene Besonderheit in der Wahrnehmung von Sinnesreizen: Bei Synästhesien löst ein Sinnesreiz neben der normalen Wahrnehmung zusätzliche Sinnesempfindungen aus.

Das Phänomen der Synästhesie zeichnet sich durch seine Vielfältigkeit aus: Unzählige unterschiedliche Reize können ebenso viele verschiedene synästhetische Wahrnehmungen auslösen. Allerdings sind bestimmte Verknüpfungen zwischen normaler Reizwahrnehmung und zusätzlicher Sinnesempfindung immer wieder zu beobachten:

So können zum Beispiel etwa zwei Drittel der Menschen mit Synästhesie (sog. Synästhetiker oder Synästheten) schwarz-weiße Texte und Zahlen in Farbe sehen oder Buchstaben fühlen. Das sogenannte Farbenhören oder Coloured Hearing ist eine weitere Variante der Synästhesie: Hierbei erleben die Betroffenen Töne, Musik oder Sprache zusammen mit Farben.

Vieles deutet darauf hin, dass die Synästhesie erblich bedingt ist: Zum einen scheint die Synästhesie angeboren zu sein, da Synästhetiker ihre zusätzlichen Sinnesempfindungen eigenen Angaben zufolge schon immer hatten. Zum anderen treten Synästhesien in Familien deutlich gehäuft auf.

Darüber hinaus kann eine Synästhesie auch vorübergehend im Rahmen von Halluzinationen bei psychischen Erkrankungen oder nach der Einnahme von Halluzinogenen wie LSD sowie bei epileptischen Anfällen als trughafte Wahrnehmung auftreten.

Um festzustellen, ob jemand eine Synästhesie hat, sind Verhaltenstests und Hirnscans geeignet. Ein einfacher Synästhesie-Test kann zum Beispiel darin bestehen, unterschiedliche Töne und Farbtafeln einander zuzuordnen: Nicht-Synästhetiker ordnen in einem solchen Test helle Töne eher hellen Farben zu, während Synästhetiker von diesem typischen Zuordnungsmuster abweichen. Und bildgebende Verfahren können zeigen, dass das Gehirn eines Menschen mit Synästhesie anders verschaltet ist als das von Nicht-Synästhetikern: Wenn ein Synästhetiker beispielsweise beim Musikhören Farben wahrnimmt, ist neben seinem Hörzentrum gleichzeitig sein Sehzentrum aktiv. Dies kann zu Beispiel eine funktionelle Magnetresonanztomographie oder eine Positronen-Emissions-Tomographie sichtbar machen.

Weiterlesen: Synästhesie: Definition

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