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Synästhesie

Synästhesie-Varianten

Stand: 19. November 2010Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Es lassen sich verschiedene Synästhesie-Varianten unterscheiden, deren kennzeichnende Symptome unterschiedliche Erst- und Zweitempfindungen sind. Beispiele dafür, wie Sinnesempfindungen bei den verschiedenen Synästhesien gekoppelt sein können, sind:

  • Eine akustische Erstempfindung (Geräusche, Töne, ...) löst visuelle oder taktile Zweitempfindungen aus. Dabei ist das sogenannte Farbenhören (auch Coloured Hearing), also durch Geräusche ausgelöste Farbwahrnehmung, die häufigste Art der Synästhesie.
  • Eine visuelle Erstempfindung (Zahlen, Farben, ...) ruft akustische und/oder olfaktorische Zweitempfindungen hervor.
  • Eine olfaktorische Erstempfindung (Gerüche) verursacht akustische, visuelle und/oder taktile Zweitempfindungen (sog. Geruchssynästhesien).
  • Eine taktile Erstempfindung (Gefühltes) löst visuelle, akustische und/oder olfaktorische Zweitempfindungen aus (sog. taktile oder haptische Synästhesien: griech. haptein = berühren, erfassen).

Korrelierende Eigenschaften

Bei manchen Menschen mit Synästhesie lassen sich neben den Besonderheiten bei der Sinneswahrnehmung bestimmte Fähigkeiten als weitere Symptome feststellen. Daher galten sie als möglicherweise mit der Synästhesie in Wechselbeziehung stehende (korrelierende) Eigenschaften. Dies sind:

  • Übersteigertes Erinnerungsvermögen (Hypermnesie): überdurchschnittliche bis außergewöhnliche Gedächtnisleistungen wie das Sich-Merken von Zahlenkombinationen (Telefonnummern oder Ähnliches) über Farbkombinationen
  • Verstärkte Reaktionsbereitschaft auf Reize (Hypersensitivität): intensives Erleben, sensibles Gleichgewicht aufgrund des intensiven Erlebens; somit besteht bei Synästhesien bereits in alltäglichen Situationen die Möglichkeit einer Reizüberflutung

Allerdings ist die Synästhesie selbst wahrscheinlich nicht für diese Leistungsvorteile verantwortlich. Möglicherweise sind diese scheinbar korrelierenden Eigenschaften einfach auf individuelle Unterschiedlichkeiten zurückzuführen. Oder aber manche Synästheten nutzen ihre gekoppelten Sinnesempfindungen auf strategische Weise als eine Art Gedächtnisstütze (wie Eselsbrücken bei Nicht-Synästheten).

Weiterlesen: Synästhesie: Symptome – Ähnliche Wahrnehmungen bei Nichtsynästhetikern

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