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Spina bifida (offener Rücken)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (07. April 2016)

© Jupiterimages/Stockbyte

Die Spina bifida (offener Rücken) ist eine angeborene Fehlbildung der Wirbelsäule und des Rückenmarks, die in verschiedenen Schweregraden auftreten kann.

Ein offener Rücken entsteht, wenn sich das sogenannte Neuralrohr, aus dem sich Wirbelsäule und Rückenmark beim Embryo entwickeln, während der dritten bis vierten Schwangerschaftswoche nicht richtig verschließt. Daher ist die Spina bifida ein sogenannter Neuralrohrdefekt (ebenso wie die als Anenzephalie bezeichnete Fehlbildung des Schädeldachs und Gehirns).

Die genauen Ursachen der Spina bifida sind noch unklar. Als Auslöser für die Fehlbildung kommen sowohl erbliche als auch Umweltfaktoren infrage. Als besondere Risikofaktoren dafür, dass bei Ungeborenen ein offener Rücken entsteht, gelten:

  • ein erblich bedingter Mangel oder erhöhter Bedarf an Folsäure (ein B-Vitamin),
  • eine bei Schwangeren mit Antiepileptika behandelte Epilepsie sowie
  • ein in der frühen Phase der Schwangerschaft schlecht eingestellter Diabetes mellitus der werdenden Mutter.

Durch die Einnahme von Folsäure vor einer geplanten Schwangerschaft und in der Frühschwangerschaft können Frauen das Risiko, dass sich ein offener Rücken bei ihrem Baby ausbildet, deutlich verringern!

Die bei einer Spina bifida auftretenden Symptome hängen davon ab, ob und wie schwer das Rückenmark durch die Spaltbildung geschädigt ist. Mögliche Beschwerden reichen von geringen Beeinträchtigungen der Gehfähigkeit bis hin zu Querschnittslähmungen mit gestörter Blasen- und Darmfunktion. Meist führt ein offener Rücken dazu, dass sich Hirnwasser in den Hirnwasserkammern aufstaut (Wasserkopf bzw. Hydrocephalus).

Die Spina bifida zu diagnostizieren kann schon während der Schwangerschaft gelingen: Oft ist ein offener Rücken im vorgeburtlichen Ultraschall zu erkennen. Daneben ist es zur Früherkennung der Fehlbildung möglich, das Blut der Schwangeren in der sechzehnten Schwangerschaftswoche zu untersuchen (sog. Triple-Test).

Die Therapie der Spina bifida richtet sich nach der Schwere der Fehlbildung. Eine umfassende medizinische Versorgung der Kinder kann eine hohe Lebenserwartung und -qualität ermöglichen. Dennoch macht ein offener Rücken häufig eine lebenslange medizinische Betreuung nötig.



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