Spina bifida (offener Rücken): Symptome

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (07. April 2016)

Die mit einer Spina bifida (offener Rücken) verbundenen Symptome können sehr unterschiedlich ausfallen. Ob und wie stark sich die Fehlbildung im Bereich der Wirbelsäule auswirkt, hängt davon ab,

  • wo genau die Spaltbildung liegt (z.B. ob Brust- oder Lendenwirbelsäule betroffen sind) und
  • ob sich Rückenmarkssanteile und Nerven sackförmig durch den Spalt vorgewölbt haben.

So ruft die häufige Spina bifida occulta teils gar keine Symptome hervor: Hier ist der Wirbelbogen zweigespalten, ohne dass das Rückenmark beteiligt ist. Die Fehlbildung bleibt daher oft unentdeckt (lat. occulta = verborgen).

Ein offener Rücken, bei dem Rückenmarkshäute und/oder das Rückenmark in die Spaltbildung einbezogen sind, kann hingegen geringe bis starke Auswirkungen haben. Bei dieser sogenannten Spina bifida aperta reichen die Symptome von kaum bemerkbaren Beschwerden (wie einer leicht beeinträchtigten Gehfähigkeit) bis hin zu beträchtlichen Einschränkungen (wie Querschnittslähmung mit gestörter Blasen- und Darmfunktion):

  • Wenn sich Teile des Rückenmarks durch den Spalt im Wirbelbogen vorwölben, ist das Rückenmark in der Vorwölbung (Zele) in seiner Funktion gestört. Entsprechend kann die Spina bifida Lähmungen der Muskel-, Magen- und Darmfunktionen und einen Verlust der Gefühls- und Schmerzempfindungen verursachen.
  • Bei Störungen der knöchernen Wirbelsäule oder infolge der Muskellähmungen kann ein offener Rücken mit Fehlbildungen im Skelettsystem (z.B. Verkrümmungen oder Gelenkfehlstellungen) verbunden sein. Ein bekanntes Beispiel ist der Klumpfuß.
  • Wenn die Blasenfunktion durch die Spina bifida gestört ist, treten häufig Harnweginfekte und Entleerungsstörungen der Blase auf – sowohl im Sinne einer Durchlaufblase (bzw. Inkontinenz, d.h., die Betroffenen können Urin nicht halten) als auch einer Überlaufblase (d.h. die Betroffenen können keinen Urin ablassen).

Eine schwere Spina bifida kann auch mit der sogenannten Chiari-Fehlbildung verbunden sein: Hierbei führt die Aussackung des Rückenmarks dazu, dass das Kleinhirn und die Verbindung zwischen Gehirn und Rückenmark (Medulla oblongata) durch das Hinterhauptsloch nach unten in Richtung Wirbelkanal gezogen sind, wodurch die Zirkulation der Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit gestört ist. Darum kann ein offener Rücken zusammen mit einem Wasserkopf (bzw. Hydrocephalus) auftreten, der sich durch den Rückstrom zum Gehirn ausbildet. Je nach seiner Ausprägung kann der Hydrocephalus beispielsweise folgende Symptome verursachen:

Wie sich Kinder mit Spina bifida geistig entwickeln, hängt davon ab, ob sie gleichzeitig Fehlbildungen des Gehirns haben. In der Regel entwickelt sich die Intelligenz jedoch normal.


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