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Spina bifida (offener Rücken)

Spina bifida (offener Rücken): Definition

Stand: 25. Februar 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Spina bifida (offener Rücken) bezeichnet per Definition eine Fehlbildung im Bereich der Wirbelsäule und des Rückenmarks. Spina bifida heißt wörtlich übersetzt gespaltenes Rückgrat. Da sich die Wirbelsäule und das Rückenmark beim Embryo aus dem sogenannten Neuralrohr entwickeln, ist die Spina bifida ein sogenannter Neuralrohrdefekt. Neuralrohrdefekte sind nach Herzfehlern die zweithäufigsten angeborenen Fehlbildungen.

Während der Embryonalentwicklung verschmelzen die beiden Bogenanteile der Wirbel normalerweise zu einem Ring, der das Wirbelloch nach hinten begrenzt. Im Wirbelloch selbst liegt das Rückenmark, umgeben von den Rückenmarkshäuten. Eine Spina bifida entsteht, wenn der Bogenschluss eines oder mehrerer Wirbel ausbleibt und ein Spalt entsteht. Diese Fehlbildung kann dazu führen, dass sich die Rückenmarksanteile und Nerven durch den Spalt sackförmig vorwölben (Zele). Ein offener Rücken bildet sich häufiger im Bereich der Lendenwirbelsäule und des Kreuzbeins als im Bereich der Brust- oder Halswirbelsäule. Meistens findet sie sich am Übergang vom fünften Lendenwirbel auf den ersten Kreuzbeinwirbel.

Bei der Spina bifida lassen sich verschiedene Formen unterscheiden:

  • Spina bifida aperta (offene Spina bifida): Bei der Spina bifida aperta (aperta = offensichtlich vorhanden) sind neben den Wirbelbögen auch Rückenmarkshäute und/oder das Rückenmark in die Spaltbildung einbezogen.
  • Spina bifida occulta (verborgene Spina bifida): Bei der Spina bifida occulta (occulta = verborgen) liegt lediglich ein zweigespaltener Wirbelbogen ohne Beteiligung des Rückenmarks vor. Diese meist bedeutungslose Form der Fehlbildung ist sehr häufig; ihre Diagnose erfolgt meist zufällig bei Röntgenaufnahmen.

Um die möglichen Ausprägungen der Spina bifida aperta zu unterscheiden, unterteilt man sie in folgende Erkrankungsbilder:

  • Rhachischisis: Dies ist eine andere Bezeichnung für die offene Spina bifida (Spina bifida aperta) und bedeutet wörtlich Wirbelsäulenspalt. Der Begriff findet jedoch häufig bei besonders schweren Befunden Anwendung, wenn das Nervengewebe völlig bloßgelegt ist und ein Hautüberzug fehlt.
  • Meningozele: Hierbei wölben sich lediglich die Rückenmarkshäute (Meningen) durch den Wirbelbogenspalt unter der Haut vor. Das Rückenmark befindet sich in seiner normalen Lage. Die Meningozele macht etwa zehn Prozent der Fälle einer Spina bifida aus.
  • Meningomyelozele: Hierbei befinden sich sowohl die Rückenmarkshäute (Meningen) als auch das Rückenmark außerhalb des Wirbelbogens, was als Vorwölbung (Zele) unter der Haut sichtbar ist.

Weiterlesen: Spina bifida (offener Rücken): Definition – Häufigkeit

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