Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom): Ursachen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (22. Januar 2015)

Bei Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) sind die genauen Ursachen bisher nicht vollständig entschlüsselt. Einige Faktoren können das Risiko, an Speiseröhrenkrebs zu erkranken, jedoch erhöhen. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Alkoholkonsum
  • Rauchen
  • sehr heiße Getränke und Speisen
  • Refluxkrankheit (andauernder Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre)
  • Barrett-Syndrom (krankhafte veränderte Schleimhaut der unteren Speiseröhre)
  • angeborene Fehlbildung der Speiseröhre (sog. Achalasie) oder erworbene Veränderungen (z.B. durch Narben)
  • Übergewicht

Alkohol und Tabak sind die wichtigsten Risikofaktoren für ein Ösophaguskarzinom. Insbesondere kombiniert erhöhen die beiden "Genussmittel" das Krebsrisiko erheblich.

Weitere Speiseröhrenkrebs-Ursachen sind krebserregende Stoffe in der Nahrung. Hierzu zählen Nitrosamine. Sie entstehen zum Beispiel, wenn gepökelte Nahrungsmittel hohen Temperaturen ausgesetzt sind, etwa beim Backen oder Grillen. Nitrosamine können aber auch im Magen aus besonders nitratreichen Lebensmitteln, zum Beispiel Spinat oder Kopfsalat, gebildet werden. Aflatoxine sind Giftstoffe von Schimmelpilzen, die in der Nahrung vorkommen können (z.B. oft unsichtbar in abgelaufenen Gewürzpulvern). Betelnüsse werden in einigen Weltregionen, zum Beispiel in Asien, als Genussmittel gekaut und können eine Reihe von Krebserkrankungen verursachen, insbesondere im Mund- und Speiseröhrenbereich.

Ausbreitung von Speiseröhrenkrebs

Speiseröhrenkrebs – auch Ösophaguskarzinom genannt – entwickelt sich vorwiegend aus der Speiseröhren-Schleimhaut und breitet sich zunächst entlang der Speiseröhrenwand aus.

Bei ungefähr 50 bis 60 von 100 Speiseröhrenkrebs-Fällen handelt es sich um sogenannte Plattenepithelkarzinome, die aus Schleimhautzellen hervorgehen. Die restlichen Fälle sind sogenannte Adenokarzinome, die sich aus Drüsenzellen bilden (griech. aden = Drüse).

Ohne Behandlung breitet sich der Speiseröhrenkrebs immer weiter aus und kann dabei auch in benachbarte Organe wie die Luftröhre oder die Bronchien eindringen.

Ein Ösophaguskarzinom bildet meist schon früh Absiedelungen in anderen Organen: Die Tochtergeschwulste (Metastasen) breiten sich über die zahlreichen Lymphwege der Speiseröhrenwand aus.

Barrett-Syndrom (Barrett-Ösophagus)

Zu den möglichen Ursachen für Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) gehört das sogenannte Barrett-Syndrom (Barrett-Ösophagus). Beim Barrett-Syndrom wandelt sich die normale Schleimhaut der Speiseröhre (Plattenepithel) in Magenschleimhaut (Zylinderepithel) um. Dies geschieht, wenn ständig Magensäure in die Speiseröhre zurückläuft (sog. Reflux) und die Schleimhaut "verätzt".

Das Barrett-Syndrom gilt als Vorstufe für Speiseröhrenkrebs – es erhöht das Risiko für ein Ösophaguskarzinom.

Das Barrett-Syndrom ist nach seinem Entdecker, Norman Rupert Barrett (1909-1979) benannt. Der Londoner Chirurg beschrieb Anfang der 1970er Jahre als Erster das Krankheitsbild.


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