Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom): Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (22. Januar 2015)

Eine Speiseröhrenkrebs-Therapie (Ösophaguskarzinom-Therapie) ist in der Regel sehr erfolgreich, solange sich keine Metastasen in anderen Organen gebildet haben und der ursprüngliche Tumor sich noch nicht sehr weit ausgedehnt hat. Im Zentrum der Therapie steht die Operation. Eine Chemotherapie und/oder Strahlentherapie kommen ebenfalls infrage. Welche Therapie bei einem Patienten mit Speiseröhrenkrebs letztendlich eingesetzt wird, hängt von der Art seines Tumors ab.

Operation

Die besten Aussichten auf Heilung verspricht eine operative Entfernung aller Tumorzellen. Dies ist aber meist nur in einem frühen Krebsstadium erfolgreich. Ob eine Operation möglich ist, hängt davon ab, wo der Speiseröhrenkrebs sitzt und wie weit er sich ausgedehnt hat.

Die Operation des Ösophaguskarzinoms ist ein aufwendiger und großer Eingriff. Der Arzt öffnet sowohl Brustkorb als auch Bauch und entfernt dann den befallenen Teil der Speiseröhre sowie die umgebenden Lymphknoten. Das fehlende Stück Speiseröhre kann der Chirurg ersetzen, indem er den Magen hochzieht und mit dem Rest der Speiseröhre verbindet.

Befindet sich der Speiseröhrenkrebs im unteren Abschnitt der Speiseröhre, reicht unter Umständen auch allein ein Bauchschnitt, durch den der Arzt den Tumor entfernt. Bei Speiseröhrenkrebs, der am Übergang der Speiseröhre zum Magen sitzt oder Teile des Magens mit befallen hat, kann auch eine Entfernung des Magens nötig sein. Die fehlenden Speiseröhrenabschnitte und den Magen ersetzt der Chirurg dann durch ein Stück Darm.

Bei einem Ösophaguskarzinom in einem frühen Stadium kann der Arzt in manchen Fällen den Tumor auch im Rahmen einer Endoskopie entfernen. Je früher der Tumor entfernt wird, desto besser sind die Heilungsaussichten. Dieser Eingriff ist zudem weniger belastend als eine große Operation.

Strahlentherapie

Eine weitere Möglichkeit der Speiseröhrenkrebs-Therapie ist die Bestrahlung. Ist der Tumor zu groß, um operativ entfernt werden zu können, kann die Strahlentherapie den Tumor zuvor verkleinern, sodass im Anschluss doch noch eine Operation möglich ist.

Eine Strahlenbehandlung kann auch die Beschwerden von Speiseröhrenkrebs lindern. Insbesondere Schluckbeschwerden bessern sich hierdurch deutlich.

Nebenwirkungen der Strahlentherapie

In den Wochen bis Monaten nach der Strahlentherapie kann sich eine Reizung der Speiseröhre entwickeln, welche mitunter zu vorübergehenden Schluckbeschwerden führt.

Ist der Tumor durch andere Gewebe wie die Luftröhre durchgewachsen und sterben die Tumorzellen durch die Therapie ab, können sich Lecks oder Verbindungsgänge (Fisteln) zur Luftröhre bilden. Durch diese kann Nahrung aus der Speiseröhre austreten und Entzündungen des umliegenden Gewebes oder der Lunge verursachen (Lungenentzündung).

Brachytherapie (Kleinraumbestrahlung, Afterloading)

Engt der Krebs die Speiseröhre ein, besteht die Möglichkeit einer Bestrahlung von innen, der sogenannten Brachytherapie (Kleinraumbestrahlung, Afterloading). Bei dieser besonderen Form der Strahlentherapie schiebt der Arzt einen dünnen Schlauch in die Speiseröhre und platziert eine winzige radioaktive Strahlenquelle in die Nähe des Tumors. Auf diese Weise wird der Speiseröhrenkrebs von innen bestrahlt und dadurch verkleinert – oder zumindest in seinem Wachstum gebremst. Gleichzeitig bleibt umliegendes Gewebe weitgehend von der Strahlung verschont.

Chemotherapie

Unter dem Begriff Chemotherapie fassen Mediziner eine Therapie mit zellwachstumshemmenden Medikamenten, sogenannten Zytostatika, zusammen. Diese Wirkstoffe blockieren auf unterschiedliche Weise das Zellwachstum, sodass sich Zellen nicht mehr teilen können. Da sich Krebszellen schnell vermehren, sind sie besonders empfindlich gegenüber einer Chemotherapie. Auch bei Speiseröhrenkrebs setzen Ärzte eine Therapie mit Zytostatika ein, um den Tumor zu bekämpfen.

Bei großen Tumoren kommen manchmal Strahlentherapie und Chemotherapie kombiniert als sogenannte Radiochemotherapie zum Einsatz, um den Tumor vor einer Operation zu verkleinern (sog. neoadjuvante Therapie). In Einzelfällen kann der Speiseröhrenkrebs durch diese Kombination auch ohne Operation geheilt werden. Die Radiochemotherapie lindert außerdem die Beschwerden, wenn eine Operation nicht möglich ist.

Lasertherapie

Tumoren, die das Schlucken behindern, kann der Arzt unter Sichtkontrolle während einer Spiegelung der Speiseröhre per Lasertherapie teilweise entfernen. Dabei verdampft er einen kleinen Teil des Tumors. Diese Behandlung wirkt sofort, hat jedoch den Nachteil, dass sie nur die Tumoroberfläche erreicht und der Speiseröhrenkrebs aus der Tiefe rasch wieder nachwächst. Die Behandlung muss daher regelmäßig wiederholt werden.

Photodynamische Therapie

Die photodynamische Therapie ist ein alternatives Verfahren in der Speiseröhrenkrebs-Therapie, das bei Ösophaguskarzinomen in frühen Stadien Anwendung findet. Bei dieser Methode verabreicht der Arzt ein Medikament, welches das Körpergewebe extrem lichtempfindlich macht. Drei Tage nach Gabe der Substanz bestrahlt der Arzt den Tumor mit Laserlicht. Als Nebenwirkung des Medikaments ist die Haut vorübergehend sonnenempfindlicher.

Stent

Ist eine Heilung des Speiseröhrenkrebses nicht mehr möglich, helfen sogenannte Stents (Kunststoffröhrchen oder feines Maschendrahtröhrchen mit Kunststoffüberzug), befallene Speiseröhrenabschnitte abzudichten und offen zu halten. Stents lindern Beschwerden wie Schluckbeschwerden und verbessern die Lebensqualität bei Speiseröhrenkrebs.

PEG (perkutane endoskopische Gastrostomie)

Bei der perkutanen endoskopischen Gastrostomie (PEG) legt der Arzt eine dünne Schlauchverbindung durch die Bauchdecke in den Magen. Dieser kleine Eingriff ermöglicht die Ernährung ohne Schluckbeschwerden. Der PEG-Schlauch ragt etwa 20 Zentimeter aus der Haut des Oberbauchs heraus und der Patient kann ihn selbstständig mit flüssiger Nahrung befüllen. Außen wird der Schlauch mit einem Stöpsel verschlossen und für andere unsichtbar unter der Kleidung getragen.

Die PEG soll die Lebensqualität bei Speiseröhrenkrebs auf folgende Weise sichern:


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