Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom): Definition & Häufigkeit

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (22. Januar 2015)

Definition

Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) ist ein bösartiger Tumor, der meist von der Schleimhaut der Speiseröhre (Ösophagus) ausgeht.

Speiseröhrenkrebs tritt in zwei Formen auf: Entweder als Plattenepithelkarzinom oder als Adenokarzinom. Plattenepithelkarzinome entstehen ursprünglich aus Hautgewebe. Entartet zum Beispiel die Schleimhaut der Speiseröhre und bildet so ein Ösophaguskarzinom, handelt es sich um ein Plattenepithelkarzinom. Entsteht der Krebs hingegen aus Drüsenzellen, sprechen Mediziner von einem Adenokarzinom. Adenokarzinome kommen zum Beispiel im Magen-Darm-Trakt, in der Lunge und auch im unteren Abschnitt der Speiseröhre vor.

Anatomie

Die Speiseröhre ist ein etwa 25 Zentimeter langer, schlauchförmiger Muskelstrang, der Nahrung vom Mund in den Magen transportiert. Man unterteilt sie in drei Abschnitte:

  • Halsabschnitt: oberer Abschnitt der Speiseröhre im Hals vom Kehlkopf bis zum Eintritt in den Brustkorb
  • Brustabschnitt: mittlerer Abschnitt vom Eintritt in den Brustkorb bis in Höhe der Luftröhren-Gabelung
  • Bauchabschnitt: unterer Abschnitt von der Luftröhren-Gabelung bis zum Mageneingang

Die Innenseite der Speiseröhre ist – ähnlich wie die Mundhöhle – mit einer Schleimhaut überzogen. Beim Schlucken ziehen sich die Muskelringe der Speiseröhre der Reihe nach von oben nach unten zusammen und befördern die Nahrung auf diese Weise zum Magen.

Speiseröhrenkrebs kann durch entartete Schleimhautzellen (Plattenepithelkarzinom) oder Drüsenzellen (Adenozellen) entstehen. Plattenepithelkarzinome der Speiseröhre können in allen Abschnitten des Organs auftreten. Adenokarzinome befallen typischerweise eher das untere Drittel.

Luftröhre, Anatomie

Anatomie der oberen Verdauungswege

Häufigkeit

In Deutschland erkranken jährlich etwa 4.890 Männer und 1.420 Frauen neu an Speiseröhrenkrebs.

Wenn Männer hierzulande an einer Krebserkrankung versterben, ist in 3,3 Prozent der Fälle ein Ösophaguskarzinom dafür verantwortlich. Bei Frauen ist Speiseröhrenkrebs in nur circa einem Prozent aller Krebssterbefälle die Ursache.

Das Ösophaguskarzinom gilt damit als seltener Tumor, der vor allem bei Männern auftritt: Sie sind etwa viermal häufiger betroffen als Frauen und erkranken im Durchschnitt etwas früher: Das Durchschnittsalter liegt bei Männern um das 66., bei Frauen um das 70. Lebensjahr.


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