Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Speicheldrüsen­entzündung, Speichelstein: Definition

Veröffentlicht von: Carolin Grob (25. Januar 2013)

Die Speicheldrüsenentzündung ist eine oft durch einen Speichelstein begünstigte Entzündung einer Speicheldrüse, die infolge einer Infektion mit Bakterien oder Viren oder auch nicht-infektiös entstehen kann. Die fachsprachliche Bezeichnung für die Speicheldrüsenentzündung lautet Sialadenitis oder auch Sialoadenitis; die Bildung der Steine (= Sialolithen) beziehungsweise Verkalkungen in einer Speicheldrüse nennt man Sialolithiasis. In acht von zehn Fällen tritt die Speicheldrüsenentzündung einseitig auf, ansonsten beidseitig. Die entzündete Speicheldrüse schwillt sehr schmerzhaft an.

Die Speicheldrüsen bilden den Speichel und sorgen so dafür, dass wir unser Essen leichter hinunterschlucken können. Jeder Mensch bildet täglich etwa anderthalb bis zwei Liter Speichel, wobei mehr als 90 Prozent dieser Gesamtmenge von den großen Speicheldrüsen stammt. Die Speichelbildung schwankt im Lauf des Tages stark und ist einem bestimmten Rhythmus unterworfen: Nachts ist sie sehr gering, beim Essen oder aufgrund verschiedener Reize und Sinneswahrnehmungen – besonders mittags – verstärkt. Ein Speichelstein kann in jeder Speicheldrüse des Menschen entstehen und so eine Speicheldrüsenentzündung auslösen. Meist entzünden sich jedoch die sechs paarig angeordneten großen Speicheldrüsen des Menschen:

  • die Ohrspeicheldrüse (Glandula parotis) vor dem Ohr,
  • die Unterkieferdrüse (Glandula submandibularis) im Mundboden an der Innenseite des Unterkiefers und
  • die Unterzungendrüse (Glandula sublingualis).

Die zahlreichen kleinen Speicheldrüsen, zum Beispiel in den Lippen, der Wange oder dem Rachen, sind dagegen selten von einer Speicheldrüsenentzündung oder einem Speichelstein betroffen.

Speichelsteine bestehen vorwiegend aus Kalziumphosphat und Kalziumkarbonat. Ein Speichelstein kann wenige Millimeter bis etwa zwei Zentimeter groß sein. Die Bildung der Steine – und somit auch die daraus entstehende Speicheldrüsenentzündung – ist vermutlich die Folge einer veränderten Speichelzusammensetzung, zum Beispiel bei Kalziumüberschuss (Hyperkalzämie), Diabetes mellitus, Gicht, einem ständigen Sekretstau bei engen Drüsengängen oder wiederholten Entzündungen.

Häufigkeit

Die Speicheldrüsenentzündung entsteht zwar mit großer Häufigkeit in Zusammenhang mit einem Speichelstein – dennoch bilden sich die meisten Speichelsteine nicht in der am häufigsten entzündeten Speicheldrüse: Speichelsteine treten überwiegend (in etwa 63-95% der Fälle) in der Unterkieferspeicheldrüse auf, während bei einer Speicheldrüsenentzündung meist die Ohrspeicheldrüse entzündet ist. Jedes Jahr bekommen bis zu 5.000 Menschen in Deutschland einen Speichelstein, der eine Behandlung erfordert. Die meisten Betroffenen sind 20 bis 50 Jahre alt; Speichelsteine können aber auch bei Kindern auftreten.






Anzeige