Sonnenbrand: Was tun und wie behandeln?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (22. Juni 2017)

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Ein Sonnenbrand (Dermatitis solaris) ist eine akute Entzündung der Haut, die durch zu viel UV-Strahlung der Sonne ausgelöst wird. Starke Sonnenbrände rufen sogar Blasen hervor. Rötungen, Juckreiz und Brennen klingen zwar nach einigen Tagen ab – jeder Sonnenbrand erhöht langfristig aber das Risiko für Hautkrebs.

Schnell ist es passiert: Gerade im Sommer oder im Urlaub entsteht ein Sonnenbrand sehr rasch, wenn man sich nicht ausreichend davor schützt. Vor allem Kinder und hellhäutige oder empfindliche Personen sind besonders gefährdet.

Ein Sonnenbrand kann nicht nur die Entstehung von Krebs begünstigen. Jeder Sonnenbrand beschleunigt auch die Hautalterung, was sich beispielsweise durch Altersflecken oder Falten bemerkbar macht.

Was ist ein Sonnenbrand?

Aus medizinischer Sicht ist ein Sonnenbrand eine durch UV-Strahlung verursachte Verbrennung der Haut ersten oder zweiten Grades. Die Verbrennung wird durch ultraviolette Strahlung ausgelöst – vor allem durch UV-B-Strahlung (Wellenlänge: 280 bis 320 nm). Die betroffenen Hautstellen sind gerötet und jucken, häufig treten auch Schmerzen auf. Ärzte bezeichnen einen Sonnenbrand auch als "Dermatitis solaris" oder "akute Lichtdermatose".

Prinzipiell können auch UV-A- (320 bis 400 nm) und UV-C-Strahlung (250 bis 280 nm) zu Sonnenbrand führen, allerdings sind hier höhere Strahlungsdosen notwendig. Starke Sonneneinstrahlung – aber auch Einstrahlung durch künstliche Strahlungsquellen – kann direkte Zellschäden und Entzündungen der betroffenen Hautbereiche zur Folge haben. Die Areale sind gerötet, jucken und bilden eventuell Blasen. Später schuppt sich die Haut.

Zudem können Symptome wie

hinzukommen. Dann ist in jedem Fall ein Besuch beim Arzt zu empfehlen.

Wie man einen Sonnenbrand behandelt

Bei einem Sonnenbrand sollte die Behandlung möglichst frühzeitig erfolgen. Die Therapie hängt vom Schweregrad der Verbrennung ab.

Egal, wie stark der Sonnenbrand ist: In jedem Fall sollten Sie jegliche weitere Sonnenbestrahlung vermeiden, bis der Sonnenbrand vollständig abgeheilt ist.

Was hilft gegen Sonnenbrand?

Kühlende, feuchte Umschläge sowie Feuchtigkeitsgels und -lotionen können Sie mehrmals täglich im Wechsel auf die betreffenden Stellen auftragen. Sie lindern den Sonnenbrand. Zudem ist es empfehlenswert, dass Sie viel Flüssigkeit zu sich nehmen, zum Beispiel in Form von Wasser, Tee oder Saftschorlen.

Gegen die Schmerzen beim Sonnenbrand helfen Medikamente mit den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure oder Paracetamol, die gleichzeitig entzündungshemmend wirken. Heilt der Sonnenbrand bereits ab, sollten Sie die betroffenen Hautstellen mithilfe einer rückfettenden Creme besonders sorgfältig pflegen. In manchen Fällen verschreibt der Arzt entzündungshemmende Cremes mit Glukokortikoiden.

In schwereren Fällen kann es nötig sein, zusätzlich entzündungshemmende Medikamente einzunehmen (sog. systemische Therapie). Hier helfen Wirkstoffe aus der Gruppe der nicht-steroidalen Antiphlogistika wie Diclofenac oder Ibuprofen, manchmal kommen auch Glukokortikoide zum Einsatz.

Bei stärkeren Verbrennungen mit Blasenbildung und Begleiterscheinungen wie Kopfschmerzen, Fieber oder Kreislaufproblemen sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen! Auch Kinder mit Sonnenbrand sollten von einem Arzt untersucht werden, egal, wie schwer der Sonnenbrand ausgeprägt ist.

Sonnenbrand: Verlauf und Dauer

Ein Sonnenbrand tritt in der Regel innerhalb der ersten 4 bis 8 Stunden nach dem Sonnenbad auf und erreicht nach 12 bis 24 Stunden seinen Höhepunkt. Nach etwa 72 Stunden klingen die Symptome wieder ab. Im Verlauf schuppt sich die Haut meist. Für gewöhnlich heilt ein Sonnenbrand nach ein bis zwei Wochen aus.

Ein großflächiger Sonnenbrand mit Blasenbildung ist Anzeichen für eine Verbrennung zweiten Grades. Dabei können Verdickungen der Haut (sog. Lichtschwielen), aber auch hellere (depigmentierte) Narben zurückbleiben. Insbesondere bei Kindern und älteren Personen besteht die Gefahr eines Schocks.

Sonnenbrände können Hauttumoren begünstigen, auch dann, wenn sie bereits Jahrzehnte zurückliegen: Übermäßige UV-Strahlung kann die Hautzellen zerstören und ihr Erbgut schädigen. Häufige Sonnenbrände in der Kindheit sind ein Risikofaktor, dass sich später Hautkrebs bildet, etwa ein Melanom (schwarzer Hautkrebs), ein Basaliom oder Spinaliom (zusammengefasst als weißer Hautkrebs). Daher gilt: Lieber ausreichend vorbeugen, als einen Sonnenbrand zu riskieren!

Häufiger Sonnenbrand beschleunigt außerdem die Hautalterung, was sich durch äußere Zeichen wie Faltenbildung und Altersflecken bemerkbar macht.

Sonnenbrand: Ursachen

Zu einem Sonnenbrand kommt es, wenn die Haut zu lange intensiver UV-Strahlung ausgesetzt ist. Die Ultraviolett-Anteile in der Sonnenstrahlung lösen den Sonnenbrand aus.

Die Haut verfügt über eine Reihe von Schutz- und Reparaturmechanismen, die Schäden durch UV-Licht entgegenwirken können. Diese Mechanismen sind jedoch begrenzt. Wenn die Pigmentierung der Haut, welche die UV-Strahlung abblocken soll, nicht ausreicht, kommt es zu einem Sonnenbrand. Dies ist besonders bei sehr hellhäutigen Menschen (vor allem bei Hauttyp I und II) und bei Kindern rasch der Fall. Ein Sonnenbrand kann bei intensiver Sonneneinstrahlung aber jeden treffen.

Die Strahlen dringen dann in tiefere Hautschichten vor, wo sie für die Ausschüttung von sogenannten Entzündungsmediatoren verantwortlich sind. Es kommt zu einer Entzündungsreaktion mit den typischen Symptomen des Sonnenbrands.

Das Bild zeigt eine Frau und ein Mädchen am Strand mit Sonnencreme im Gesicht. © Jupiterimages/iStockphoto

Sonnencreme schützt vor Sonnenbrand.

Ursachen eines Sonnenbrands:

  • zu lange Sonnenbäder
  • Verwendung von Sonnenschutzprodukten mit zu niedrigem Lichtschutzfaktor
  • Unterschätzen der Sonneneinstrahlung durch Reflektion z.B. an bewölkten Tagen bzw. im Schatten
  • längerer Aufenthalt an der Wasseroberfläche oder auf dem Wasser (z.B. beim Schnorcheln, Surfen oder Segeln) oder auf Schneefeldern, da hier das Licht besonders stark reflektiert wird, sowie in großen Höhen (höhere UV-Belastung)
  • Einnahme bestimmter Medikamente (wie Johanniskraut, Antibiotika) oder ätherischer Öle, welche die Lichtempfindlichkeit erhöhen

Sonnenbrand: Symptome und Anzeichen

Bei einem Sonnenbrand treten die ersten Symptome innerhalb von vier bis acht Stunden nach der Sonneneinwirkung auf. Dabei entsteht eine entzündliche Rötung der Haut (UV-Erythem): Die Haut fühlt sich heiß an und juckt.

Dabei unterscheidet man drei Schweregrade eines Sonnenbrands:

  • Grad 1: Leichter Sonnenbrand. Leichte Rötung und Erwärmung der Haut, leichte Schmerzen. Der Sonnenbrand juckt und brennt.
  • Grad 2: Blasen auf der verbrannten Haut. Die Rötung der Haut ist stärker, in der Regel schält sich später die Haut.
  • Grad 3: Schwere Verbrennung. Die obersten Hautschichten sind zerstört und lösen sich ab. Unbedingt einen Arzt aufsuchen!

Die Rötung betrifft scharf begrenzt nur die Stellen, die auch der Sonne ausgesetzt waren. Wenn der Sonnenbrand abklingt, schuppt oder pellt sich die Haut. Bei einem Sonnenbrand im Gesicht kann gleichzeitig eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) auftreten.

Ist der Sonnenbrand großflächig oder sehr intensiv, kann der Betroffene unter Fieber, Übelkeit und Kreislaufbeschwerden leiden und die Haut kann Blasen bilden. Treten diese Symptome auf, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Kinder mit Sonnenbrand sollten in jedem Fall ärztlich behandelt werden.


Eine Frau mit Sonnenbrand auf dem Rücken trägt Creme auf. © Jupiterimages/iStockphoto

Schon wenige Stunden nach der Sonneneinwirkung rötet sich die Haut.

Begleiterscheinungen eines Sonnenbrands wie Kopfschmerzen, Schwindel, Erbrechen und Schüttelfrost oder gar ein Kreislaufkollaps können zudem auf einen Hitzschlag oder Sonnenstich hinweisen.

Sonnenbrand: Diagnose

Bei einem leichten Sonnenbrand ist der Gang zum Arzt nicht nötig. Wenn die betroffene Hautfläche sehr groß ist, die Haut Blasen gebildet hat oder stärkere Hautreaktionen aufgetreten sind, sollten Sie jedoch in jedem Fall einen Arzt aufsuchen. Er kann gegebenenfalls weitere Untersuchungen durchführen, um zu prüfen, wie ausgeprägt der Sonnenbrand ist. Auch bei Symptomen wie Fieber, Übelkeit oder Kreislaufproblemen gilt: Vorsichtshalber zum Arzt!

Bei einem Sonnenbrand (akute Lichtdermatose, Dermatitis solaris) stellt der Arzt die Diagnose in der Regel anhand der typischen Symptome, die etwa vier bis acht Stunden nach dem Sonnenbad auftreten.

Wie man sich vor einem Sonnenbrand schützt

Einem Sonnenbrand lässt sich leicht vorbeugen. Insbesondere hellhäutige Personen, Kinder und alle Personen mit empfindlicher Haut sollten auf ausreichenden Sonnenschutz achten.

Wer ein Sonnenschutzmittel verwendet, sollte nicht vergessen, dass sich die ungeschützte Haut je nach Hauttyp nur etwa 10 bis 30 Minuten selbst schützen kann. Das Sonnenbaden mit Sonnenschutzlotionen erhöht diese Zeit um den angegebenen Faktor nur einmalig.

Ein Beispiel: Benutzen Sie einen Lichtschutzfaktor von 20, können Sie bei gleicher Wirkung 20-mal so lange in der Sonne liegen wie ohne Schutz, so die offizielle Definition. Das sind bei empfindlichen Menschen, deren Haut es ansonsten nur zehn Minuten lang in der prallen Sonne aushalten würde, etwas über drei Stunden (20 x 10 Minuten = 200 Minuten oder 3 Stunden, 20 Minuten).

Allergiker sollten auf Sonnenschutzcreme ohne Emulgatoren und Konservierungsstoffe achten. Für Kinder unter einem Jahr gibt es spezielle Sonnenschutzmittel. Diese funktionieren rein physikalisch. Sie reflektieren also das Sonnenlicht. Viele Sonnencremes für Erwachsene enthalten Chemikalien oder allergieauslösende Stoffe, die das Baby über die Haut aufnehmen würde. Dies sollten Sie vermeiden!

Damit ein Sonnenbrand keine Chance hat, sollten Sie folgende Tipps beachten:

  • Meiden Sie zu intensive UV-Strahlung! Direkte Sonneneinstrahlung und die Mittagssonne sind nicht empfehlenswert. Aber auch im Schatten kommt es durch Reflektionen zur UV-Bestrahlung der Haut. Daher sollten Sie auch hier auf ausreichenden Schutz achten. Auch bei bewölktem Himmel kann ein Sonnenbrand entstehen, denn bis zu 90 Prozent der UV-Strahlen passieren die Wolken.
  • Achten Sie auf schützende Kleidung! Die richtige Kleidung schützt noch besser vor Sonnenbrand als Sonnenschutzmittel. Welche Kleidung empfehlenswert ist, zeigt sich grob, wenn man ein Kleidungsstück gegen die Sonne hält: Durch helle, locker gewebte Kleidung gelangt mehr Sonnenlicht – und somit auch mehr UV-Strahlung – auf die Haut als durch dunklere, dichter gewebte Kleidung. Dunkle, dichte Kleidungsstücke sind also besonders gut geeignet, um einen Sonnenbrand zu verhindern.
  • Schützen Sie Ihren Kopf und die Augen! Gerade wenn Sie sich in der prallen Sonne aufhalten, sollte ein Kopfschutz nicht fehlen, am besten mit einer breiten Krempe. Ebenfalls wichtig: eine Sonnenbrille mit UV-Schutz!
  • Achten Sie auf geeignete Sonnenschutzmittel! Empfehlenswert sind Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor, die mindestens eine halbe Stunde vor Beginn des Sonnenbads aufgetragen werden. Zu Beginn der Sonnensaison sollten Sie höhere Lichtschutzfaktoren (mindestens 20, besser 30) verwenden. Jeder Sonnenschutz muss gut einmassiert und nach dem Baden erneut aufgetragen werden, auch wenn er als wasserfest deklariert ist. Je höher der Lichtschutzfaktor und je gründlicher Sie das Produkt auftragen, desto besser ist auch der Sonnenschutz. Aber Vorsicht: Erneutes Eincremen verlängert nicht die Zeit, die Sie in der Sonne bleiben können – die ursprüngliche Schutzwirkung wird nur erhalten.
Das Bild zeigt eine Frau mit Sonnenhut am Strand liegend. © Jupiterimages/iStockphoto

Wichtig zum Schutz vor Sonnenbrand: eine Kopfbedeckung.

Kleine Kinder sollten Sie besonders gut vor Sonneneinstrahlung schützen. Sie sollten zwischen 10 und 15 Uhr möglichst nicht dem prallen Sonnenlicht ausgesetzt werden und sich auch in der übrigen Zeit nie unbekleidet in der Sonne aufhalten. Säuglinge darf man nicht der direkten Sonne aussetzen.

Bei Einnahme von bestimmten Arzneimitteln wie beispielsweise Johanniskraut oder tetrazyklinhaltigen Antibiotika sollte man direkte Sonneneinstrahlung vermeiden, da diese die Lichtempfindlichkeit erhöhen können.

Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu "Sonnenbrand":

Onmeda-Lesetipps:

Optimaler Sonnenschutz: 10 Tipps
Arzneimittelinformationen zu Sonnenbrand
Sonnenschutztest – Welcher Hauttyp sind Sie?
Erste Hilfe bei Sonnenbrand
Forum Haut & KörperpflegeBetreut von unserem Experten Prof. Wolf-Ingo Worret

Linktipps:

www.bfs.de:
Der UV-Index des Bundesamts für Strahlenschutz gibt in den Sommermonaten die aktuellen UV-Belastungen in Deutschland und weltweit an.

Quellen:

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Abrufdatum: 22.6.2017)

Online-Informationen der Deutschen Krebsgesellschaft: www.krebsgesellschaft.de (Stand: 06.01.2015)

Leitlinie der Deutschen Krebsgesellschaft: Prävention von Hautkrebs. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 032 - 052OL (Stand: 24.04.2014)

Sterry, W.: Kurzlehrbuch Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2011

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Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010

Rassner, G.: Dermatologie. Urban & Fischer, München 2007

Stand: 22. Juni 2017

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