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Stand: 1. Januar 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Eine somatoforme autonome Funktionsstörung nimmt in der Regel einen umso besseren Verlauf, je früher eine geeignete Therapie beginnt: Dies kann verhindern, dass die somatoforme Störung dauerhaft bestehen bleibt. Eine psychotherapeutische Behandlung, auch eine Gruppentherapie, kann die wesentlichen Symptome von somatoformen Störungen lindern. Ist die somatoforme autonome Funktionsstörung mit Erkrankungen wie Depression und Angststörung verbunden, ist eine psychotherapeutische Behandlung ebenfalls hilfreich. Für die individuelle Prognose ist jedoch die Krankheitsdauer entscheidend.
Häufig zeigt die somatoforme autonome Funktionsstörung einen chronischen Verlauf. Hauptgrund dafür ist, dass oft Jahre vergehen, bis es gelingt, die Störung richtig zu diagnostizieren und zu behandeln. Da somatoforme autonome Funktionsstörungen mit Beschwerden verbunden sind, hinter denen körperliche Ursachen zu stecken scheinen, stehen meist über Jahre körperliche (somatische) Untersuchungen und Behandlungsversuche im Vordergrund.
Ein weitere Grund für den hartnäckigen Verlauf: Die somatoforme autonome Funktionsstörung ist durch ein komplexes Zusammenwirken gefühlsmäßiger, gedanklich bewertender und körperlicher Faktoren bestimmt, die sich gegenseitig verstärken. Dabei steht im Vordergrund, dass die Betroffenen ihre Aufmerksamkeit übermäßig auf harmlose oder unbedenkliche körperliche Missempfindungen lenken. Sie missdeuten diese Körperempfindungen und sehen sie als bedrohlich an. Die Folge: Es entstehen Ängste, die wiederum zu körperlichen Reaktionen wie verringerte Durchblutung in den Händen führen. Die Betroffenen nehmen auch diese Veränderung wahr und entwickeln neue körperliche Symptome.
Ein Beispiel für diesen typischen Teufelskreis: Wer eine somatoforme autonome Funktionsstörung hat, sieht kalte Hände als Durchblutungsstörung an, die mit einem drohenden Herzinfarkt in Verbindung stehen könnte. Die dadurch verstärkte Sorge um eine lebensbedrohliche Krankheit führt zu typischen körperlichen Angstreaktionen, unter anderem kalte feuchte Hände. Die Betroffenen beachten diese als mögliches Zeichen für einen bevorstehenden Herzinfarkt im weiteren Verlauf nun noch genauer.
Die durch die somatoforme autonome Funktionsstörung ausgelösten Ängste um die körperliche Gesundheit führen dazu, dass die Betroffenen wiederholt verschiedene Ärzte besuchen, was mit vielen diagnostischen Untersuchungen bis hin zu Operationen verbunden sein kann, immer auf der Suche nach einer richtigen Diagnose. Schonverhalten und unkontrollierte Medikamenteneinnahme können außerdem die somatoforme autonome Funktionsstörung festigen. Aber auch positive Konsequenzen der angegebenen Beschwerden im sozialen Umfeld, wie Rücksichtnahme im Beruf oder in der Familie, können dazu beitragen, dass die somatoforme autonome Funktionsstörung einen hartnäckigen Verlauf nimmt.
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