Sichelfuß: Angeborene und erworbene Ursachen

Veröffentlicht von: Till von Bracht (04. März 2016)

Grundsätzlich entsteht ein Sichelfuß, weil bestimmte Fußmuskeln aktiver sind als andere Fußmuskeln. Beim Sichelfuß ist entweder der Muskel betroffen, der die Großzehe in ihrem Grundgelenk an den Fuß anlegt (Großzehenadduktor bzw. Musculus adductor hallucis), oder der vordere Schienbeinmuskel (Musculus tibialis anterior).

Durch dieses Missverhältnis befinden sich Mittelfuß und Zehen in der sogenannten Adduktionsstellung und sind verstärkt nach innen gewölbt.

Man unterscheidet eine angeborene und eine nach der Geburt erworbene Form des Sichelfußes.

  1. Ein angeborener Sichelfuß beim Baby kann sowohl erbliche Ursachen haben als auch erworben sein:
    • In der Regel ist der schon bei der Geburt bestehende Sichelfuß auf die in der Gebärmutter (Uterus) herrschende räumliche Enge      zurückzuführen: Diese kann dazu führen, dass sich der Fuß des Ungeborenen in einer dem Sichelfuß entsprechenden Zwangshaltung befindet. Ein Beleg dafür, dass dies die Ursache für Sichelfüße beim Baby sein kann, ist die Tatsache, dass Frühgeborene fast nie von dieser Fußfehlstellung betroffen sind.
    • Der angeborene Sichelfuß kann aber auch durch Vererbung entstehen. Ein erblich bedingter Pes adductus entsteht über einen sogenannten rezessiven Erbgang. Das bedeutet: Die Fußfehlstellung tritt beim Kind nur dann auf, wenn beide Elternteile die entsprechenden Erbmerkmale tragen und an ihr Kind weitergegeben haben.
  2. Ein nach der Geburt erworbener Sichelfuß ist meist weniger ausgeprägt, kommt jedoch häufiger vor:
    • In dem Fall hat der Sichelfuß seine Ursachen darin, dass das Baby häufig in Bauchlage liegt, sodass die Zehen ständig aufliegen. Dadurch kann sich der Vorderfuß nach innen verdrehen, sodass dieser schließlich in die für den Pes adductus typische Sichelstellung hineinwächst.

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