Sichelfuß: Konservative Therapie & Operation

Veröffentlicht von: Till von Bracht (04. März 2016)

Meist ist bei einem Sichelfuß keine spezielle Therapie nötig, da er sich in 80 bis 90 Prozent der Fälle im Laufe des Wachstums von allein korrigiert.

Verschwindet der Sichelfuß nicht von selbst, besteht die Behandlung zunächst darin, die Fußfehlstellung beim Baby manuell zu korrigieren. Ist ausschließlich der Vorfuß betroffen, reicht es häufig schon aus, den Sichelfuß wiederholt in die Normalstellung zu drücken. Auch ein leichtes Bestreichen des äußeren Fußrands fördert die normale Ausrichtung des Fußes.

Zusätzlich sind bei einem Sichelfuß zur Therapie Schaumstoffringe für die Unterschenkel geeignet: Diese verhindern, dass die Füße in der Bauchlage auf dem Außenrand aufliegen.

Ist gleichzeitig der Mittelfuß von der Fehlstellung betroffen, macht der Sichelfuß zur Therapie korrigierende (redressierende) Gipsverbände für die Oberschenkel nötig. In den meisten Fällen kann man diese nach etwa 1 bis 3 Wochen wieder entfernen. Anschließend erhalten die Kinder sogenannte Lagerungsschalen, die sie ausschließlich nachts tragen. Beginnen die Kinder zu stehen und zu laufen, können Schuheinlagen zur Sichelfuß-Behandlung zum Einsatz kommen, die die Fersen umfassen und einen vorgezogenen Innenrand haben.

Operation

In seltenen Fällen gelingt es allerdings nicht, Sichelfüße durch eine konservative (d.h. nicht-operative) Therapie ausreichend zu korrigieren. Dann kann der Sichelfuß eine Operation nötig machen. Für die operative Sichelfuß-Behandlung bei Kindern stehen mehrere Methoden zur Verfügung:

In einigen Fällen besteht der Eingriff darin, die Ansatzsehne des Großzehenadduktors (Musculus adductor hallucis) zu durchtrennen. Daneben ist es möglich, verschiedene im Fußbereich liegende Gelenkkapseln zu entfernen – in dem Fall ist es nötig, den Fuß vorübergehend mit Drähten zu fixieren.

Bei Erwachsenen oder bei ausgereiftem Skelett behandelt man einen Sichelfuß behandelt man, indem man Knochenteile entfernt und auf diese Weise die Stellung der Mittelfußknochen verändert. Eine solche Operation ist jedoch beim Sichelfuß nur selten notwendig.


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