Sexuelle Funktionsstörungen der Frau: Ursachen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (30. September 2016)

Sexuelle Funktionsstörungen der Frau können sowohl seelische als auch körperliche Ursachen haben. Je nachdem, wodurch die weibliche Sexualität beeinträchtigt ist, unterscheiden Mediziner folgende Formen:

  • Sexuelle Dysfunktion: Die sexuelle Funktionsstörung ist überwiegend oder rein körperlich bedingt.
  • Funktionelle Sexualstörung (auch psychosexuelle Dysfunktion genannt): Die Frau ist vorwiegend oder ausschließlich aus seelischen Gründen sexuell beeinträchtigt.
  • Mischformen: Sexuelle Funktionsstörungen treten häufig auch infolge (mehrerer) seelischer und körperlicher Faktoren auf.

Körperliche Ursachen

Für sexuelle Funktionsstörungen der Frau können zahlreiche körperliche Ursachen (mit)verantwortlich sein: wie Gefäßveränderungen, hormonelle oder vom Nervensystem ausgehende Veränderungen sowie operative Eingriffe im Bereich der Geschlechtsorgane (z.B. die Gebärmutterentfernung). Zudem können beispielsweise Diabetes mellitus, Krebserkrankungen, Rheuma, Parkinson und andere körperliche Krankheiten das sexuelle Erleben oder Verhalten beeinträchtigen – vor allem, wenn sie mit Schmerzen verbunden sind.

Besonders Schmerzen beim Sex (Dyspareunie) sind oft körperlich bedingt – etwa durch Erkrankungen, Entzündungen oder vernarbtes Gewebe im Bereich der Harnwege oder Geschlechtsorgane. Verbreitet treten sexuelle Funktionsstörungen nach der letzten Menstruationsblutung einer Frau (Menopause) auf, denn dann ist die Bildung von Scheidenflüssigkeit bei Frauen häufig verringert: Ist die Scheide zu trocken, führt dies zu Schmerzen und kann so das sexuelle Verlangen mindern.

Womöglich sind in manchen Fällen erbliche Faktoren an der Entstehung sexueller Funktionsstörungen der Frau beteiligt.

Medikamente

Sexuelle Funktionsstörungen der Frau können auch als Nebenwirkung mancher Medikamente entstehen. Vor allem Antidepressiva verringern das sexuelle Verlangen, ebenso wie Betablocker und Lipidsenker. Bei manchen Frauen verursachen zudem hormonell wirkende Verhütungsmittel wie die Antibabypille sexuelle Unlust.

Lebensstil

Darüber hinaus hat der Lebensstil Einfluss auf die Sexualität der Frau: So scheint Alkohol in geringen Mengen zwar die sexuelle Lust steigern zu können – in größeren Mengen beeinträchtigt er jedoch die sexuelle Erregbarkeit der Frau. Der Konsum bestimmter Drogen (wie Marihuana oder Opiate) kann ebenfalls sexuelle Funktionsstörungen bei der Frau verursachen.

Seelische Ursachen

Häufig sind sexuelle Funktionsstörungen der Frau zumindest teilweise seelisch bedingt. Als typische seelische Ursachen für Sexualstörungen gelten Ängste: So kann die Angst vor einer Schwangerschaft oder einer Geschlechtskrankheit eine befriedigende Sexualität verhindern. Zudem setzen sich viele Frauen in Bezug auf Sexualität unter Leistungsdruck oder beobachten sich selbst zu kritisch. Die möglichen Gründe dafür sind vielfältig. Auch Stress im Job, Trauer, zwischenmenschliche Konflikte oder familiäre Belastungssituationen können das sexuelle Erleben oder Verhalten beeinträchtigen.

Häufig stehen Sexualstörungen im Zusammenhang mit Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen. Gerade bei Depressionen ist allerdings nicht immer klar, ob die sexuellen Probleme Ursache oder Folge der Depression sind. Außerdem können sexuelle Funktionsstörungen bei der Frau auch durch die Behandlung der psychischen Erkrankung mit bestimmten Medikamenten entstehen, was die Klärung der ursächlichen Zusammenhänge zusätzlich erschwert.

Unzureichende Kenntnisse darüber, was beim Geschlechtsverkehr passiert, oder mangelndes Wissen über den eigenen Körper können stark verunsichern. Auch falsche Vorstellungen vom Sexualverkehr können sexuelle Funktionsstörungen verursachen.

Traumatische Erlebnisse können ebenfalls sexuelle Funktionsstörungen auslösen. Hat eine Frau in der Vergangenheit zum Beispiel schlechte Erfahrungen beim Sex gemacht – etwa, weil sie den Geschlechtsverkehr als beängstigend oder demütigend erlebt hat–, kann sich dies auf das spätere lustvolle Erleben von Sexualität auswirken. Was genau eine Frau als traumatisierend empfindet, ist sehr unterschiedlich – vom unangenehmen ersten Mal bis hin zu sexuellem Missbrauch.

Partnerschaftsprobleme

Sexuelle Funktionsstörungen der Frau können durch Partnerschaftsprobleme entstehen. So können sich zum Beispiel alltägliche Streitereien negativ auf die Sexualität auswirken und dazu führen, dass die Partner den Geschlechtsverkehr nicht richtig genießen können.

Probleme in der Partnerschaft können Sexualstörungen auslösen. © Jupiterimages/Creatas Images

Probleme in der Partnerschaft können Sexualstörungen auslösen.

Manche Frauen haben auch ein Problem damit, dem Partner ihre sexuellen Wünsche und Bedürfnisse zu zeigen. Bleiben diese über längere Zeit unerfüllt, empfinden viele ihre Sexualität als unbefriedigend.

Ist der Partner nicht zärtlich genug oder kommt die Frau nicht in Stimmung, kann dies dazu führen, dass sich zu wenig Scheidenflüssigkeit bildet. Dann kann es unter anderem zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr kommen, was die Sexualität weiter einschränkt.

Fehlendes Einfühlungsvermögen und die mangelnde Bereitschaft, auf die Bedürfnisse und Wünsche des Partners einzugehen, haben oft zur Folge, dass nur einer der Partner den Geschlechtsverkehr als befriedigend und genussvoll empfindet. Dabei finden sich besonders Frauen oft damit ab, mit dem Partner keinen Orgasmus zu erleben.

Auch Veränderungen – wie Familienzuwachs – oder ein eintöniger Alltag in einer langjährigen Beziehung können sich negativ auf das Sexualleben eines Paares auswirken und sexuelle Funktionsstörungen auslösen.


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