Sexuelle Funktionsstörungen der Frau: Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (30. September 2016)

Die gegen sexuelle Funktionsstörungen der Frau eingesetzte Therapie richtet sich vor allem nach den Ursachen der Probleme. Steckt eine körperliche oder seelische Störung hinter den sexuellen Beeinträchtigungen, ist es ratsam, zunächst diese Grunderkrankung zu behandeln.

Wenn sexuelle Funktionsstörungen beispielsweise infolge körperlich bedingter Schmerzen beim Geschlechtsverkehr entstanden sind, zielt die Therapie darauf ab, die Schmerzursache zu beheben. So können zum Beispiel betroffene Frauen nach der letzten Regelblutung (Menopause) Hormone anwenden, um einer Scheidentrockenheit entgegenzuwirken – etwa östrogenhaltige Vaginalcremes.

Sind sexuelle Funktionsstörungen der Frau als Nebenwirkung eines Medikaments entstanden, kann es ausreichen, nach Absprachen mit dem behandelnden Arzt auf ein anderes Mittel umzusteigen oder die Dosierung zu verändern. Wichtig ist dabei allerdings, immer den Nutzen gegen die Risiken abzuwägen: Wenn beispielsweise eine Lustlosigkeit der Frau auf ein Antidepressivum zurückzuführen ist, kann das Absetzen des Medikaments zwar die sexuellen Probleme verbessern – die depressiven Symptome können sich dadurch jedoch verschlimmern.

Ist keine körperliche oder psychische Erkrankung als Grund für die sexuellen Funktionsstörungen der Frau feststellbar, kommen folgende Behandlungsmöglichkeiten infrage:

  • Sexualberatung (als Einzel- oder Paargespräch): Ziel ist es, wichtige Informationen über den Geschlechtsverkehr zu vermitteln, Hemmungen abzubauen und mögliche Fehlvorstellungen zu korrigieren. Die Therapeuten bieten konkrete Ratschläge und Empfehlungen an. 
  • Sexualtherapie (in Paargesprächen): Hier geht es darum, sexuelle Konflikte zu klären sowie Vermeidungsverhalten und Sexualängste abzubauen. Darüber hinaus soll die Behandlung die Wahrnehmung von sexuellen Körperreaktionen verbessern und verankerte sexuelle Verhaltens- und Einstellungsmuster durchbrechen und verändern. 
  • Psychotherapie (als Einzel- oder Paartherapie): Diese kann sinnvoll sein, wenn Konflikte oder psychosomatische Probleme die sexuellen Funktionsstörungen auslösen.

Darüber reden kann helfen: In einer Therapie können beide Partner über ihre Bedürfnisse sprechen. © Jupiterimages/iStockphoto

Darüber reden kann helfen: In einer Therapie können beide Partner über ihre Bedürfnisse sprechen.

Vor allem wenn sexuelle Funktionsstörungen zu Problemen in der Partnerschaft führen oder wenn Partnerschaftsprobleme für funktionelle Sexualstörungen verantwortlich sind, lässt sich die Frau im besten Fall zusammen mit ihrem Partner behandeln. Ein Erfolg ist aber nur dann zu erwarten, wenn beide Partner bereit sind, die Beziehung trotz möglicher Probleme fortzuführen und gemeinsam an den Schwierigkeiten zu arbeiten.

Wichtig für die Behandlung sexueller Funktionsstörungen ist es, dass die Betroffenen lernen, über Sex zu sprechen und ihre eigenen Vorstellungen und Wünsche zu formulieren. Dabei lassen sich auch mögliche übersteigerte Erwartungen aufdecken und bearbeiten.

Sind die sexuellen Funktionsstörungen aufgrund traumatischer Erfahrungen der Frau entstanden, sollte sie diese Erlebnisse allerdings zunächst in einer Einzeltherapie – also ohne den Partner – auf- beziehungsweise verarbeiten.


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