Sexuelle Funktionsstörungen der Frau: Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (30. September 2016)

Sexuelle Funktionsstörungen diagnostiziert ein Arzt bei einer Frau, wenn ihr sexuelles Erleben oder Verhalten seit mindestens einem halben Jahr durch ausbleibende, verminderte oder unerwünschte körperliche Reaktionen beeinträchtigt ist und dies mit einem Leidensdruck einhergeht.

Eine Diagnose kann bei sexuellen Funktionsstörungen also nur dann gelingen, wenn sich die Frau ihrem Arzt anvertraut. Dies setzt ein Vertrauensverhältnis zwischen der Frau und dem behandelnden Arzt voraus. Im Rahmen eines Gesprächs kann der Arzt dann beginnen, den Ursachen der Probleme auf den Grund zu gehen. Hierzu kann er diese und ähnliche Fragen stellen:

  • Seit wann bestehen die sexuellen Probleme?
  • Fühlen Sie sich einem sexuellen Leistungsdruck ausgesetzt?
  • Waren Sie in früheren Partnerschaften zufrieden mit Ihrem Sexualleben?
  • Haben Sie negative sexuelle Erfahrungen gemacht?
  • Liegen psychische Störungen (z.B. Depressionen) vor?
  • Haben Sie körperliche Erkrankungen (z.B. Gefäßerkrankungen, Diabetes)?
  • Sind Sie bereits in den Wechseljahren?
  • Nehmen Sie irgendwelche Medikamente ein? Wenn ja, welche?

Um sexuelle Störungen zu beurteilen, können außerdem Fragebögen zum Einsatz kommen: Mit ihrer Hilfe kann der Arzt viele Informationen über das Sexualverhalten der Frau abfragen und so herausfinden, wie zufrieden sie mit ihrem Sexualleben ist, welche sexuellen Probleme bestehen und ob in ihrer Partnerschaft eine offene Kommunikation über das Thema stattfindet.

Daneben ist es wichtig, in einem psychodiagnostischen Gespräch sexuelle Funktionsstörungen von psychischen Störungen (wie Depressionen, Angststörungen) abzugrenzen und festzustellen, ob Letztere vielleicht für die Entstehung der sexuellen Probleme (mit)verantwortlich sind.

Auch körperliche Untersuchungen (z.B. durch Fachärzte für Frauenheilkunde, Urologie oder Innere Medizin) sind nötig, um auszuschließen, dass hinter den sexuellen Problemen körperliche Gründe stecken. Vor allem Schmerzen beim Geschlechtsverkehr können ein Hinweis darauf sein, dass sexuelle Funktionsstörungen körperlich bedingt sind.


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