Selektiver Mutismus: Verlauf & Vorbeugen

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (11. Februar 2015)

Selektiver Mutismus (elektiver Mutismus) kann sehr unterschiedlich verlaufen. Experten gehen davon aus, dass bis zu 50 Prozent der betroffenen Kinder im späteren Leben ein normales Sprechverhalten zeigen und auch im sozialen Bereich unauffällig bleiben. Andere Kinder wiederum sprechen später zwar wieder, sie haben jedoch Probleme damit, mit anderen Menschen zu kommunizieren: Sie haben Angst vor sozialen Kontakten und ziehen sich gerne zurück.

Oft dauert selektiver Mutismus nur wenige Monate an – er kann aber auch chronisch werden und über mehrere Jahre hinweg bestehen bleiben. Auch im Erwachsenenalter kann sich die Störung noch lindern.

Generell gilt: Je früher die Therapie einsetzt, desto besser ist auch die Prognose. Bleibt selektiver Mutismus unbehandelt, kann er sich über längere Zeit manifestieren und sich möglicherweise negativ auf das spätere Leben auswirken.

Sicher vorbeugen können Sie selektivem Mutismus nicht. Wenn Sie Sorge haben, dass Ihr Kind nicht altersgerecht kommuniziert, sollten Sie sich an einen Experten wenden. Eine erste Anlaufstelle kann hier der Kinderarzt sein. Darüber hinaus stehen Beratungsstellen zur Verfügung, in denen Sie sich informieren und Hilfe suchen können – so etwa in einer Sprachambulanz des Gesundheitsamts oder in einer Frühförderstelle.