Selektiver Mutismus: Die Therapie ist immer individuell

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (11. Februar 2015)

Je früher selektiver Mutismus (elektiver Mutismus) behandelt wird, desto besser. Die Therapie sollte individuell auf das Kind zugeschnitten sein.

Die Therapie besteht in der Regel aus verschiedenen Behandlungselementen, die speziell auf das Kind zugeschnitten sind.

Hierzu zählen zum Beispiel:

  • Elterntraining, Familientherapie
  • Psychotherapie zur Erweiterung der kommunikativen Fähigkeiten, so z.B. Verhaltenstherapie
  • Gruppentherapie zum Abbau sozialer Ängste
  • Musiktherapie, Bewegungstherapie, Kunsttherapie
  • ggf. zusätzlich medikamentöse Therapie mit Antidepressiva, wobei diese nicht die einzige Maßnahme darstellen sollte


Das Kind lernt zum Beispiel in der Verhaltenstherapie in einer beschützten Atmosphäre, Schritt für Schritt mit fremden Menschen zu sprechen – so zunächst etwa mit einem Therapeuten. Durch Gestik, Mimik und gemeinsamem Spielen kann der Therapeut behutsam und in angstfreier Umgebung Vertrauen zu dem Kind aufbauen und es ihm leichter machen, sich vor ihm auch verbal zu äußern. Nach und nach wird der Spielraum des Kindes immer mehr erweitert.

Nicht nur das Kind, auch die Eltern sollten aktiv an der Therapie beteiligt sein. © iStock

Nicht nur das Kind, auch die Eltern sollten aktiv an der Therapie beteiligt sein.

Wichtig bei der Therapie des selektiven Mutismus ist es, dass die Eltern, aber auch das Umfeld – zum Beispiel Ansprechpartner im Kindergarten oder in der Schule – miteinbezogen werden. Im Rahmen einer Familientherapie kann es wichtig sein, die Einflüsse und Faktoren herauszufinden, die zur Störung geführt haben beziehungsweise diese aufrechterhalten.