Selektiver Mutismus: Symptome

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (11. Februar 2015)

Selektiver Mutismus (elektiver Mutismus) zeichnet sich dadurch aus, dass das Kind nur unter ganz bestimmten Bedingungen spricht. Typische Symptome: Das Kind schweigt zum Beispiel im Kindergarten oder in der Schule, weist zu Hause aber ein ganz normales Sprechverhalten auf. Die Situationen, in denen das Kind schweigt beziehungsweise spricht, sind dabei immer die gleichen.

In der Regel stellen Ärzte die Diagnose selektiver Mutismus erst, wenn die Symptome mindestens über einen Zeitraum von einem Monat anhalten. Meist nehmen die Beschwerden schleichend an Intensität zu: Das Kind verweigert zunehmend das Sprechen mit anderen Personen, schließlich äußert es sich nur noch unter ganz bestimmten Bedingungen verbal.

Betroffene Kinder wirken oft ängstlich und gehemmt und sie meiden den Blickkontakt. Mitunter reagieren sie auch trotzig, missmutig oder depressiv. Im Kreise vertrauter Menschen können sie durch aggressives Verhalten auffallen. Die sprachliche Entwicklung ist in den meisten Fällen normal. Selektiver Mutismus kann mit weiteren Auffälligkeiten einhergehen, typische Symptome sind zum Beispiel Bettnässen, Einkoten oder Stimmungsschwankungen.

Selektiver Mutismus: Typische Symptome

Das Kind

  • spricht nur in ausgewählten Situationen oder nur mit bestimmten Personen
  • spricht in anderen sozialen Situationen dagegen fließend
  • hat in der Regel ein Sprachverständnis und Sprachvermögen, das zum verbalen Kommunizieren ausreicht
  • ist häufig ängstlich in sozialen Situationen
  • ist oft besonders empfindsam
  • vermeidet es, laut zu lachen, zu weinen oder zu husten

Manche Kinder „erstarren“ auch in ihrem körperlichen Ausdrucksverhalten und in ihrer Mimik in auffälliger Weise, andere vermeiden alle Körpergeräusche wie Husten, Lachen oder Weinen.

Viele Kinder mit selektivem Mutismus reagieren in sozialen Situationen sehr ängstlich und verschüchtert. Neben der fehlenden Sprache kommen oft weitere Symptome hinzu, so etwa Bettnässen. © Jupiterimages/iStockphoto

Viele Kinder mit selektivem Mutismus reagieren in sozialen Situationen sehr ängstlich und verschüchtert. Neben der fehlenden Sprache kommen oft weitere Symptome hinzu, so etwa Bettnässen.